Grußwort des Präsidenten GtV-BV
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit dem Geothermiekongress DGK 2011 bietet Ihnen der Bundesverband Geothermie Fachforen und Workshops zu zahlreichen aktuellen Themen der Tiefen und Oberflächennahen Geothermie. Dabei freuen wir uns, die Niederlande als Partnerland mit einem eigenen Themenbereich begrüßen zu dürfen. Obwohl dies bereits die 16. Konferenz des Verbandes ist, wird diese Veranstaltung doch eine ganz besondere sein: Der GtV-Bundesverband Geothermie feiert sein 20-jähriges Bestehen. Ein Jubiläums-Festakt wird das dreitägige Kongressprogramm daher in einmaliger Weise abrunden.
Im Jahr 1991 beschloss eine Gruppe von Forschern, ihre Arbeiten mit den Erfahrungen von Praxisakteuren zusammenzuführen, um die Nutzung der Geothermie als Verband gemeinsam voranzubringen. Die Vernetzung aller Akteure aus Forschung und Praxis der Oberflächennahen und Tiefen Geothermie ist bis heute Grundsatz des Bundesverbandes geblieben. 20 Jahre nach der Gründung ist die Erdwärmenutzung in Deutschland weit vorangekommen: Erdgekoppelte Wärmepumpen sind eine Standardoption im Neubau und auch im Gebäudebestand gewinnen sie zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig versorgen tiefe Geothermieprojekte bereits ganze Stadtteile und Ortschaften mit Heizenergie. Auch bei der geothermischen Stromerzeugung werden zusätzliche Kraftwerke die Entwicklung hin zu stärker standardisierten und damit auch kostengünstigeren Anlagen ermöglichen. Trotzdem bleiben Herausforderungen bestehen: Technologische Entwicklungen müssen vorangetrieben und Maßnahmen der Qualitätssicherung weiter verstärkt werden. Gleichzeitig sind Modelle für eine umfassende Information und Beteiligung der Öffentlichkeit zu entwickeln, so dass sich die Wahrnehmung und Akzeptanz der Geothermie in der Gesellschaft stetig verbessern.
Die Erfolge und Herausforderungen der Geothermie möchten wir mit Ihnen auf dem Geothermiekongress 2011 diskutieren. Wir freuen uns auf einen interessanten Gedankenaustausch und wünschen Ihnen eine anregende Zeit!
Waldemar Müller-Ruhe
Präsident des GtV-Bundesverbandes Geothermie
Grußwort des Schirmherren
Sehr geehrte Kongressteilnehmer,
zunächst möchte ich dem Bundesverband Geothermie ganz herzlich zu seinem 20jährigen Bestehen gratulieren. Zur Zeit der Gründung des Verbandes, 1991, steckte die Geothermie in Deutschland noch in den Kinderschuhen: Es gab keine Anlagen zur Stromerzeugung aus tiefer Geothermie und die Nutzung der oberflächennahen Erdwärme zu Heizzwecken waren nahezu unbekannt. Die wenigen Gründungsmitglieder kamen ausschließlich aus dem Bereich Forschung und Entwicklung. Heute ist der Bundesverband Geothermie mit knapp 900 Mitgliedern, die sich zu gleichen Teilen aus Wissenschaftlern und Unternehmen zusammensetzen, weltweit die zweitgrößte geothermische Vereinigung.
Deutschlandweit sind derzeit rund 7 Megawatt Leistung zur Stromerzeugung installiert. Diese erzeugen 27 Mio. Kilowattstunden Strom pro Jahr. Mit dieser Menge können rund 7.700 Haushalte versorgt werden. Die Rolle der Geothermie ist im Wärmebereich noch wesentlich bedeutender. Erdgekoppelte Wärmepumpen und die tiefe Geothermie erzeugen pro Jahr etwa 5,6 Mrd. Kilowattstunden Wärme. Dies entspricht der Wärmemenge, die etwa 450.000 Haushalte im Jahr verbrauchen. Die Nutzung der Geothermie stellt somit einen wichtigen Baustein in einem erneuerbaren Energiemix dar: sie ist grundlastfähig, regelbar, verlässlich und kann sowohl Strom als auch Wärme erzeugen.
Mit dem Energiekonzept 2050 haben wir den Weg in ein regeneratives Zeitalter geebnet. Eine weitgehend CO2-freie, sichere und bezahlbare Energieversorgung ist das Ziel, das wir langfristig anstreben. Dazu werden wir die erneuerbaren Energien konsequent weiter ausbauen und die Energieeffizienz weiter erhöhen.
Wir haben uns das Ziel gesetzt, unsere Treibhausgasemissionen bis 2050 um 80 % bis 95 % zu reduzieren. Dies kann nur gelingen, wenn wir unsere Energieversorgung konsequent erneuerbar gestalten und das Energiesystem transformieren. Zum anderen, und davon bin ich überzeugt, schaffen wir damit einen nachhaltig erfolgreichen Wachstumssektor, der die deutsche Industrie- und Forschungstradition weiterführt und mit ihrer Hilfe eine der drängenden Zukunftsfragen unserer Zeit löst.
Die Förderung von Wärmepumpen und der tiefen Geothermie im Marktanreizprogramm wird auf hohem Niveau fortgesetzt. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz wird dieses Jahr novelliert. Dies gibt uns den Spielraum, die Rahmenbedingungen für den weiteren Geothermieausbau festzulegen. Wir wollen bis 2030 rund 50 % unserer Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien erreichen. Am gesamten Energieverbrauch streben wir einen Anteil der erneuerbaren Energien von 30 % an.
Gemeinsam können Wissenschaft, Politik und Unternehmen das große geothermische Know-how in Deutschland weiter ausbauen. Dazu dient auch der Erfahrungsaustausch auf dem Geothermiekongress 2011. Ich wünsche Ihnen fruchtbare Diskussionen und viel Erfolg für Ihre Projekte.
Dr. Norbert Röttgen
Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit








