Geothermie in Zahlen

Einführung

Die Bedeutung der Geothermie für die Wärmeversorgung und Stromerzeugung nimmt laufend zu. Derzeit sind weltweit Anlagen mit einer thermischen Leistung von insgesamt 50,6 GW sowie mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 10,7 GW installiert (Stand 2010). Dies sind 60% bzw. 20% mehr als fünf Jahre zuvor.

Deutschland belegt bei der installierten Kapazität zur Wärmeerzeugung mit rund 4,2 GW thermischer Leistung weltweit bereits den 5. Rang (nach den USA und China sowie den deutlich bevölkerungsärmeren Ländern Schweden und Norwegen). Bei der Stromerzeugung hingegen liegt Deutschland mit 31,3 MW (Stand 2013)  im weltweiten Vergleich bislang noch auf einem der hinteren Plätze.

Für die Zukunft gehen Experten von einem deutlichen Wachstum der Erdwärmenutzung aus. Einer Prognose des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE) zufolge wird die Stromerzeugung durch Geothermie in Deutschland bis 2020 auf jährlich 3.750 Gigawattstunden (GWh) ansteigen. Im Jahr 2013 waren es 25 GWh, was dem jährlichen Strombedarf von 8.300 Zweipersonen- Haushalten entspricht. Auch die Bundesregierung strebt einen deutlichen Ausbau an: In ihrem „Nationalen Aktionsplan für Erneuerbare Energien“, den sie im August 2010 beschlossen hat, nennt sie als Ziel eine Stromerzeugung aus Geothermie von 1.654 GWh im Jahr 2020. Nicht ganz so viel wie die Vertreter der Erneuerbaren Energien-Branche, aber doch deutlich mehr als derzeit. Ähnlich sieht es bei der Wärme aus, wo der BEE eine Leistung von 26.000 GWh im Jahr 2020 erwartet. Die Bundesregierung hat sich 14.400 GWh als Ziel gesetzt, wobei sie insbesondere auf ein schnelles Wachstum der Tiefen Geothermie setzt.

Die Geothermie wird im Zusammenspiel mit den anderen Erneuerbaren Energien die Wärme- und Stromversorgung nach und nach von den fossilen Energieträgern (Kohle, Öl und Gas) und der Atomkraft übernehmen.