Patricius-Plakette 1999 - Dr. Roberto Carella

Dr. Roberto Carella

1999 wird sie einem "Bürger Europas" verliehen, mit Heimatland Italien, der dem Einsatz und der Verbreitung geothermischer Verfahren auf unserem Kontinent wesentliche Impulse gegeben hat.

Dr. Roberto Carella wurde 1928 in Alexandria, in Ägypten geboren, studierte nach Ende des 2. Weltkrieges in Mailand Geologie und ging nach seinem Studienabschluss zur italienischen Ölgesellschaft AGIP.

Zunächst arbeitete er dort in der Erschließung von Öl und Gas und war später für sein Unternehmen mit dem Aufbau der Aktivitäten im Bereich Kohle, vor allem im Ausland tätig.

Zu seiner eigentlichen Bestimmung gelangte er dann mit dem Eintritt in die Geothermie-Abteilung von AGIP, in der in Zusammenarbeit mit dem italienischen Stromversorger ENEL die Nutzung der Erdwärme für Heizzwecke und die Stromerzeugung untersucht wurde.

Seit 1984 war Dr. Carella für die Entwicklung der geothermischen Fernheizsysteme in Italien zuständig (z.B. Vicenza oder Ferrara). Die Ereignisse südlich der Alpen beeinflussten die nördlich ganz entscheidend. Die oberitalienischen Anlagen wurden Vorbilder für die später im süddeutschen Raum, vor allem in Bayern entstandenen Systeme. Dr. Carellas fachlicher Rat war bei seinen bayerischen Kollegen stets willkommen.

Nach seiner Pensionierung ist er als "geothermischer" Berater für die EU und das italienische Energieministerium tätig. Er ist stellvertretender Vorsitzender der italienischen Geothermievereinigung UGI und Mitglied im Vorstand des European Geothermal Energy Council EGEC, dem europäischen geothermischen Wirtschaftsverband.