Indonesien: Geothermisches Kraftwerk Bedugul soll Balis Stromversorgung sichern
22.04.04 | Nachrichten & KurzmeldungenNach einem Bericht der Jakarta Post von Mitte April, plant Indonesien, auf Bali ein geothermisches Kraftwerk zu errichten. Mit der Anlage in Bedugul soll die Abhängigkeit der Insel von Stromlieferungen von außen drastisch verringert werden. Der Zunahme der Inselbevölkerung auf nun 3.3. Millionen Menschen, eine wachsende Textil- und Tourismusindustrie haben den Energiebedarf in den letzten Jahren stark ansteigen lassen. Diese Kapazitäten stehen auf der Insel selbst nicht zur Verfügung. Das Kraftwerk Paiton auf der Nachbarinsel Java, mit dem man durch ein Unterwasserkabel verbunden ist, liefert mit derzeit 200 MW rund 40% des balinesischen Stroms. Auf Bali selbst bestehen derzeit in drei Kraftwerken installierte Kapazitäten von rund 335 MW.
In der Vergangenheit hat der staatliche indonesische Energieversorger PT PLN eine Reihe von Anstrengungen unternommen, die Stromversorgungssituation der Insel zu verbessern. Bereits 1995 hatte man mit der Erkundung des geothermischen Reservoirs in Bedugul, rund 25 km nördlich von Denpasar begonnen. Die Wirtschaftskrise von 1997/98 brachte allerdings alle Pläne erst einmal zum Stillstand.
2003 entstanden eine Reihe unabhängiger Energieversorgungsunternehmen vornehmlich auf Java. Dem voraus war ein Gesetz gegangen, mit dem die Regierung den Provinzverwaltungen die Möglichkeit gab, die Stromversorgung in die eigenen Hände zu nehmen. Diese Entwicklung führte in Bali dazu, die Pläne für ein geothermisches Kraftwerk in Bedugul wieder aus den Schubladen zu holen und den unabhängigen Energieproduzenten Bali Energy Ltd. Zu beauftragen, in Zusammenarbeit mit PT Pertamina, Indonesiens Ölversorgungsunternehmen, das Projekt mit einer Gesamtkapazität von 175 MW auf die Beine zu stellen. Die erste Ausbaubaustufe mit einer installierten Kapazität von 10 MW soll bereits im April 2006 fertiggestellt werden. 2008 sollen noch einmal 55 MW, der Rest in einem dritten Schritt bis 2009 errichtet werden. Insgesamt könnte das geothermische Feld den derzeitigen Strombedarf der Insel komplett decken.




