Kenia: Trinkwasserbohrung führt zu Geysir-Ausbruch. Nun wird über Kraftwerk nachgedacht.

08.06.04 | Nachrichten & Kurzmeldungen

 

Die kenianische Tageszeitung The East African Standard (Nairobi) berichtete Anfang Juni, dass der staatliche Energieversorger KenGen das geothermische Potenzial am Rande des Baringo Sees erkunden lässt. Dort war es, in der Nähe des Dorfes Chepoko, bei Trinkwasserbohrarbeiten zum Ausbruch eines Geysirs gekommen. Nun soll ihm Rahmen einer auf drei Monate angesetzten Studie die Eignung der Region für den Bau eines oder mehrerer geothermischer Kraftwerke erkundet werden.

Dr. Silas Simiyu, KenGens verantwortlicher Manager für den Bereich Geothermieentwicklung, erklärte anlässlich eines Besuchs mit einem Team von Umweltexperten, dass nach ersten Abschätzungen in der Umgebung des Geysirs genügend Ressourcen vorhanden sein dürften, um eine Anlage mit einer elektrischen Leistung von 5 MW zu errichten.

Eigentlich hatten die Einwohner von Chepoko darauf gehofft, endlich sauberes Trinkwasser zu erhalten. Statt desssen haben sie nun einen Heißwasserspringbrunnen. Das kochende Wasser erhitzte die Gemüter, so dass es zeitweilig zu tätlichen Auseinandersetzungen  zwischen der einheimischen Bevölkerung und und Arbeitern der öffentlichen Verwaltung kam, die die Aufgabe hatten, den Geysir zu bewachen. Der Stamm der Njems, auf dessen Gebiet sich die Bohrung befindet, beharrte darauf, dass ihm die Eigentumsrechte an dem Geysir zuständen und die staatliche Verwaltung sich gefälligst aus ihren Angelegenheiten herauszuhalten hätte. Seitens der Umweltexperten wurde eine sofortige Schließung des Geysirs verlangt, da auf Grund der hohen Anteile an Fluoriden und Schwemetallen die Gefahr bestünde, das Wasser des Baringo Sees zu vergiften. KenGen erklärte, dass sich aus einer energetischen Nutzung der Quelle keine Gefahren für die Gesundheit der Bevölkerung und für das Ökosystems des Sees ergäben. Stattdessen könnte die Gemeinschaft der Njems von dem neuen Kraftwerk profitieren, „denn wir werden den dort produzierten Strom kaufen.“  (Quelle: The East African Standard, Nairobi)