Bad Urach: Bund und EnBW halten an HDR-Projekt in Bad Urach fest
28.06.04 | Nachrichten & KurzmeldungenAnfang Mai war das HDR-Projekt in Bad Urach aus Geldmangel vorerst gestoppt worden. Bis dahin waren etwa zwei Drittel der vorgesehenen Arbeiten geschafft. Nun soll es nach dem Willen von Bundesumweltministerium und der EnBW Energie Baden-Württemberg wieder weitergehen.
In der ersten 4400 m tiefen Bohrung war bereits in 2003 der erste Teil des für die Errichtung eines HDR-Kraftwerks notwendigen unterirdischen Kluftnetzsystems erfolgreich installiert und getestet worden. Mit den derzeit bei rund 2800 m unterbrochenen Arbeiten sollte der zweite Teil dieses unterirdischen Wärmetauschers geschaffen und Anschluss an das vorhandene System gefunden werden. Die Verbindung zwischen den beiden Bohrungen in mehr als 4000 m Tiefe hätte es ermöglich, bei den dort herrschenden Temperaturen von der Oberfläche her eingebrachtes Wasser im Untergrund auf ca. 170 °C zu erhitzen und damit dann eine Turbine zu betreiben. Behördliche Auflagen und unerwartete geologische Probleme hatten das Vorhaben jedoch verteuert.
Nun sieht es danach aus, als könnte es mit Vorhaben in absehbarer Zeit weitergehen. In der vergangenen Woche teilte eine EnBW Sprecherin mit, das Unternehmen prüfe die Möglichkeit, „die Erschließung des Geothermie-Reservoirs mit nennenswerten Beiträgen zu unterstützen.“ Auch seitens des Bundesumweltministeriums hieß es: „Wir streben an, im September ein neues Konsortium zusammenzustellen.“ Für den Fall, das sich in demnach Ansicht des Bundes wichtigen Pilotprojekt weitere industrielle Partner engagieren, ist man auch in Berlin bereit, zusätzlich 1.5 Euro zur Verfügung zu stellen.
Im Landtag von Baden-Württemberg forderten die Grünen angesichts dieser Situation die Landesregierung auf, sich ebenfalls für das Vorhaben finanziell zu engagieren.




