Schmidt-Bleek, F. (Hrsg.): Der ökologische Rucksack. Wirtschaft für eine Zukunft mit Zukunft.

22.07.04 | Nachrichten & Kurzmeldungen

 

S. Hirzel Verlag, Stuttgart, Leipzig 2004, ISBN 3-776-1289-8

Der ökologische Rucksack - Kurzrezension

Jede Form von Wirtschaften verbraucht Ressourcen. Unser Planet dagegen ist endlich. Unendlich Wirtschaften ist also nicht möglich. Um die Erde bewohnbar zu behalten, muss diesen Fakten Rechnung getragen werden. Das weiß man zwar, aber so richtig verinnerlicht, haben es die wenigsten. Noch weitaus weniger Vorstellungen macht man sich, welche Last aus verbrauchten Rohstoffen ein fertiges Produkt mit sich schleppt. Friedrich Schmidt-Bleek prägte dafür den Begriff des ökologischen Rucksacks. Gemessen wird sein „Gewicht“ mit dem MIPS, dem Material-Input pro Einheit Service. MIPS ermittelt also den Energie- und Rohstoffverbrauch, der für ein bestimmtes Produkt oder eine Leistung aufgewendet werden muss.

Die Ergebnisse sind ebenso unerbittlich wie verblüffend. Ein T-Shirt hat 15 kg auf dem Buckel, der Computer schleppt an mehreren Tonnen. Jeder Zuschauer des WM-Qualifikationsspiels Finnland – Deutschland (2:2) ließ am 02. Juni 2001 einen Rucksack von 225 kg zurück. Das Buch zeigt an vielen Beispielen aus völlig unterschiedlichen Bereichen auf, wie und in welchem Umfang Ressourcen genutzt, verbraucht und vielen Fällen auch verschleudert werden, stellt unterschiedlich „gewichtige“ Möglichkeiten gegenüber, zum gleichen Ziel zu gelangen, zur Dienstleistung, zum Produkt also. Verblüffend sind aber auch manche, zu erfolgreichen Konzepten gewordene Ideen, die zeigen, wie sich nachhaltig wirtschaften – und Geld verdienen lässt. Nachhaltig wirtschaften soll ja nicht zu Unwirtschaftlichkeit führen, sondern mit Intelligenz und Innovation den unternehmerischen Erfolg verbessern helfen. „Warme Füße“ titelt übrigens das Kapitel zur Geothermie. „Warum die Nutzung der Erdwärme zur Energiegewinnung von zentraler Bedeutung sein könnte,“ erklären die Autoren Wolf D. Hartmann und Klaus Steilmann. Fazit: „Es gibt keinen Zweifel: Bei der Geothermie handelt es sich um eine echte Zukunftsenergie, die sicher auch im Hinblick auf eine MIPS-Bewertung ausgezeichnete Noten erhält.“ Eine „Eins“ in MIPS also.  Na wer sagt’s denn. (WB) Schmidt-Bleek, F. (Hrsg.): Der ökologische Rucksack. Wirtschaft für eine Zukunft mit Zukunft. S. Hirzel Verlag, Stuttgart, Leipzig 2004, ISBN 3-776-1289-8