Umweltminister Jürgen Trittin besucht Geothermieanlage in China
09.11.05 | Nachrichten & Kurzmeldungen
Jürgen Trittin (links) und Yun Xiaosu (rechts) in einem geothermisch geheizten Gewächshaus in Nangong

Geothermisch beheizte Reihenhäuser

Das geothermische Hallenbad “Hot Springs Water World”
Im Vorfeld der Konferenz über Erneuerbare Energien BIREC 2005 in Peking hat Minister Trittin am 6.11.05 die Siedlung Nangong südlich von Peking besucht. Hier wird seit dem Jahr 2000 der Umbau eines ehemals typisch chinesischen Bauerndorfes in eine moderne, auf verschiedenen Erwerbsquellen aufbauende Siedlung betrieben. Dabei beruht die Energieversorgung für Heizung, modernen Gartenbau und weitere Zwecke vor allem auf der Nutzung des geothermischen Potentials am Standort. Aus zwei fast 3 km tiefen Bohrungen wird Wasser von über 70 °C gefördert. Um die Nachhaltigkeit bei weiterem Ausbau zu sichern, wird z.Zt eine Reinjektionsbohrung niedergebracht. Die Wärme wird in einer Kaskade für Fernwärme, ein Hallenbad, Gewächshäuser und eine Fischzuchtanlage genutzt. Ein Hotel und physiotherapeutische Badeeinrichtungen sind im Bau.
Minister Trittin wurde in Nangong vom chinesischen Vizeminister für Land und Ressourcen, Yun Xiaosu, und Bürgermeister Wu begrüßt. Während einer Unterrichtung über das geothermische Potential im Raum Peking standen auf den Tischen Obst und Gemüse aus eigener Produktion des Dorfes zur Erfrischung bereit; Trauben, Partytomaten und mehr können hier auch im November ohne Verbrauch fossiler Ressourcen gezogen werden. Der Minister besichtigte Fischzucht, Gewächshäuser und eine Siedlung mit geothermisch beheizten Reihenhäusern gehobenen Standards. Er zeigte sich beeindruckt von dem Gesamtkonzept, das hier verwirklicht wurde, und das ganz auf der Nutzung der Geothermie aufbaut.
Der Besuch war durch die guten Kontakte zwischen der GtV und der chinesischen Partnerorganisation, dem Geothermal Energy Committee der China Energy Research Society, zustande gekommen. Die beiden Vorsitzenden, Prof. Zheng Keyan und Dr. Burkhard Sanner, nahmen an der Besichtigung teil. Wünschenswert ist eine verstärkte Zusammenarbeit von deutschen Forschungseinrichtungen und Unternehmen mit chinesischen Partnern.




