Zumach, A.: Die kommenden Kriege

21.12.05 | Nachrichten & Kurzmeldungen

 

Ressourcen, Menschenrechte, Machtgewinn – Präventivkrieg als Dauerzustand? Kiepenheuer & Witsch, Köln, Frankfurt am Main 2005, 223 S.

Keine Lektüre für besinnliche Stunden: Zumach, Korrespondent für verschiedene Medien bei der UNO in Genf, zeigt ausgehend vom Irak-Krieg ein Zukunftszenario von Kämpfen um Ressourcen, Menschenrechten und Machtgewinn auf Schauplätzen wir dem Iran, Syrien und Nordkorea. Im zu Ende gehenden Ölzeitalter bereitet sich auch die EU mit dem European Denfence Paper (EDP) auf kriegerische Auseinandersetzungen um schrumpfende Ressourcen vor. Er beschreibt, warum den Europäern eine erhebliche Mitschuld an der derzeit instabilen Lage im Nahen und Mittleren Osten zukommt und verlangt Korrekturen. Die sich entwickelnde Militarisierung der EU hält er für einen Irrweg. Er plädiert für eine strategische Koalition der willigen Multilateristen auf der Basis der Vorschläge der UN-Generalsekretär Annan und einer reformierten UNO statt einer „Allianz gegen Terrorismus“ als einer Metapher für den Export von Ressourcenkriegen.  In einem ergänzenden Artikel beschreibt Walter Haffner, stellvertretender Botschafter der Schweiz in Berlin, die Energieversorgung der Großmächte – oder besser gesagt Großkonsumenten – in den kommenden 25 Jahren und ihre möglichen Auswirkungen auf die Geopolitik. Er befürchtet, dass eine wachsende Nachfrage auf ein Szenario treffen könnte, bei dem die Ölproduktion im Mittleren Osten nicht die Förderraten dauerhaft zu leisten im Stande wäre, von denen die optimistischen Annahmen der IEA bislang aber noch ausgehen. So oder so käme neben Russland dem Iran vor allem wegen seiner Erdgasressourcen eine Schlüsselrolle für die weltweite Energieversorgung zu.