Dr. Valgardur Stefansson verstarb im Alter von 67 Jahren
14.07.06 | Nachrichten & KurzmeldungenAm 10. Juni 2006 verstarb im Alter von 67 Jahren Dr. Valgardur Stefansson, einer der profiliertesten Persönlichkeiten in der internationalen Geothermieszene. Dr. Stefansson war zuletzt Executive Director der International Geothermal Association IGA und leitete das IGA-Sekretariat, das seit 2004 in Reykjavik in seiner Heimat Island ansässig ist. An der Sitzung des IGA Board of Directors im April diesen Jahres in Brüssel konnte er noch teilnehmen, schon von seiner schweren Krebserkrankung gezeichnet.
Die geothermische Karriere Valgardur Stefanssons hat, nach seinem Studium der Kernphysik, im Jahr 1973 in der Geothermieabteilung der Nationalen Energiebehörde Islands begonnen. Er wurde bald zu einem Experten in Bohrlochmessung und Reservoir Engineering, und zu einem der wichtigsten isländischen Spezialisten für die Exploration von Hochenthalpie-Geothermielagerstätten, u.a. in den Feldern von Krafla und Nesjavellir. Ab 1985 konnte Dr. Stefansson seine Kenntnisse und Fähigkeiten auch weltweit als Experte für die Vereinten Nationen in New York einsetzen.
Bei seiner Tätigkeit in der Geothermieabteilung von Orkustofnun, wo er auch als Berater für die isländischen Behörden fungierte, beschäftigte er sich vermehrt auch mit der Wirtschaftlichkeit von Geothermiekraftwerken und schließlich vor allem mit der Nachhaltigkeit geothermischer Energienutzung.
Durch sein langjähriges Engagement in Führungsgremien der IGA, sein dauerndes Plädoyer für realistische Einschätzungen der Potentiale, und seinen Einsatz für nachhaltige Geothermienutzung hat sich Valgardur Stefansson einen dauernden Platz in der Geschichte der Nutzung geothermischer Energie gesichert. Sein ruhiges, aber bestimmtes Wesen, verbunden mit der Fähigkeit zu klarer analytische Beurteilung, aber auch sein Humor werden in Erinnerung bleiben. Er hat meist nicht viele Worte gemacht, aber es waren häufig die Worte, die eine lange Diskussion auf den Punkt gebracht haben. Wir werden unseren Freund Valgardur bei internationalen Geothermietreffen sehr vermissen.





