Verhinderte Geothermieprojekt größeres Erdbeben?
12.12.06 | Nachrichten & Kurzmeldungen Am späten Nachmittag des 08.12.06 kam es im Umfeld des Schweizerischen Hot-Dry-Rock Projekts in Basel zu einem Erdstoß der Stärke 3,4. An dem Tag waren Frac-Arbeiten im Untergrund durchgeführt worden, um diesen wassergängig zu machen. Das geschieht unter hydraulischem Druck. Solche Arbeiten gehören im Erdöl- und Erdgasbereich zum Tagesgeschäft. Die dabei durch den Wasserdruck in den Untergrund eingeleitete Energie, ist viel zu gering, um ein Ereignis dieser Stärke zu bewirken. In Basel hatte man bereits am frühen Morgen bemerkt, dass sich verstärkte tektonische Spannungen abzeichneten und die Arbeiten für diesen Tag eingestellt. Noch sind die genauen Ursachen nicht bekannt. Als die wahrscheinlichste Lösung scheint, dass durch die Arbeiten tektonischer Druck entspannt wurde, der sich nach und nach im Untergrund aufgebaut hatte. Ohne die Arbeiten am Geothermiekraftwerk, hätte sich dieser Druck auch weiterhin unbemerkt verstärken können und hätte sich vermutlich später zu einem echten Schadensbeben auswirken können. Basel liegt in einer Region, die durch Erdbeben immer wieder erschüttert wird. In Kalifornien wird dieses Verfahren zur Vermeidung stärkerer Beben eingesetzt.
Hintergrundmaterial (siehe unten)
- Induzierte Seismizität - ein Problem der Geothermie? (Prof. Dr. Horst Rüter)
- Seismisches Risiko bei geothermischen Reservoirstimulierungen - ein seismologische Betrachtung des Basler Bebens (Stefan Baisch & Ralph Weidler)
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Werner Bußmann
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