Unterhaching “online”

16.10.07 | Nachrichten & Kurzmeldungen

 

Unterhachinger Heizwerk

Seit einigen Tagen liefert das neue Unterhachinger Heizwerk umweltfreundliche Wärme an seine Kunden. Die Energie stammt aus Thermalwasser, das aus rund 3350 Metern Tiefe an die Oberfläche befördert wird.

Sehr zur Freude von Bürgermeister Dr. Erwin Knapek: „Wir setzen damit ein Zeichen, dass selbst eine kleine Gemeinde wie Unterhaching in der Lage ist, einen aktiven Beitrag zum weltweiten Klimaschutz zu leisten. Dies hat viel Mut und Durchhaltevermögen erfordert.“ Im ersten Bauabschnitt wurden über 30 km Fernwärmeleitungen verlegt, knapp 12 sollen in einem zweiten folgen. Auch mit den Arbeiten für den dritten Abschnitt wurde inzwischen begonnen. „In den letzten drei Monaten wurden fast 140 Kundenanlagen installiert und bis dato rund 90 Wärmeübergabestationen an das Fernwärmenetz angeschlossen“, berichtete Gerlinde Kittl, Geschäftsführerin der Geothermie Unterhaching GmbH & Co KG. Mehr als 27 MW Anschlussleistung konnten unter Vertrag genommen werden.

„Wir haben unsere ursprünglichen Zielvorgaben weit übertroffen“, erklärt  Projektleiter Christian Schönwiesner-Bozkurt von Rödl & Partner. „Mittelfristig sind 70 Megawatt Anschlussleistung in Unterhaching geplant.“ Für Klima und Umwelt zahlt sich das aus. „Die CO2-Ersparnis des Projektes wird bei über 30.000 t pro Jahr liegen, das bedeutet mehr als die Hälfte des CO2-Gesamtausstosses der Gemeinde Unterhaching“, betont Schönweiesner-Bozkurt.

  Nächstes Ziel ist die Inbetriebnahme der Stromerzeugungsanlage. Oberste Priorität hat für die Unterhachinger dennoch die Fernwärme. Dafür entwickelte Rödl & Partner ein eigenes Fernwärmepreissystem, das künftig deutlich günstigere Wärmepreise ermöglicht, als nach der bisherigen Preisbindung an fossile Brennstoffe. „Die Wettbewerbsbedingungen für die Geothermie verbessern sich kontinuierlich. Die Kostenentwicklung fossiler Energieträger kennt aktuell nur die Richtung nach oben. Hier setzen wir mit einer moderaten Preisentwicklung bei der Geothermie einen deutlichen Kontrapunkt“, so Schönwiesner-Bozkurt.