Munster-Bispingen: Kraftwerk für die Heide
20.06.09 | Nachrichten & KurzmeldungenDie Lüneburger Heide erhält ihr erstes geothermisches Kraftwerk. Seit Mitte 2008 beschäftigen sich die Stadtwerke Munster-Bispingen im eigenen Versorgungsgebiet mit einem solchen Vorhaben. Erste Ergebnisse aus Vor- und Machbarkeitstudien sind vielversprechend - eine Projektrealisierung bis 2012 erscheint möglich. Mit einer erfolgreichen tiefengeothermischen Erschließung beabsichtigen die Stadtwerke eine eigenverantwortliche und unabhängige Energieversorgung aufzubauen und einen deutlichen Beitrag zur CO2-Reduktion zu leisten.
Am Standort Munster sind nach einer Vorstudie des begleitenden Ingenieurbüros GeoDienste GmbH, Garbsen, die geologischen Untergrundverhältnisse für den Bau einer solchen Anlage überdurchschnittlich gut geeignet. Potenzielle Erschließungshorizonte sind in unterschiedlicher Tiefenlage vorhanden. Strukturbrüche im Untergrund können als besonderer Standortvorteil bei einer hydrogeothermischen Erschließung angesehen werden. Der geothermische Gradient in diesem Bereich des Norddeutschen Beckens liegt voraussichtlich um etwa 20% über dem Normalwert von 30 °C/km. „Potentiale sind da, sowohl auf der Erzeugungs- als auch auf der Absatzseite“, so Dipl.-Geol. Prof. Dr. Dieter Michalzik, Geschäftsführer der GeoDienste GmbH.
Aufgrund dieser Vorbedingungen wurde Ende 2008 seitens der Stadtwerke eine Aufsuchungserlaubnis für Erdwärme beim LBEG beantragt. Im März 2009 erfolgte vom Landesamt eine entsprechende Erlaubniserteilung. Zum Jahresende wird der erste Teil der Machbarkeitsstudie, der sich im Wesentlichen auf geologische und wirtschaftliche Fragestellungen konzentriert, abgeschlossen sein. Ein Meilenstein, um erneut mit allen Betroffenen die Realisierbarkeit zu überprüfen.
Bei weiterhin positiver Bewertung erfolgt die Fortführung und Intensivierung der Machbarkeitsstudie. Hierbei werden insbesondere die technischen Details für die notwendigen Tiefbohrungen überprüft und festgelegt. Ab dem dritten Quartal 2010 soll dann eine endgültige Entscheidung bezüglich einer Realisierung am Standort Munster getroffen werden.
Mit einer Inbetriebnahme des geothermischen Heizwerkes wäre, erfolgreiche Bohrungen vorausgesetzt, ab 2012 zu rechnen. In Abhängigkeit vom gewählten Erschließungskonzept und den angetroffen geologischen Untergrundverhältnissen kann mit einer geothermischen Leistung von 5 – 10 MW gerechnet werden. „Dann würde erstmalig in Niedersachsen Erdwärme in nennenswerter Größenordnung zur Versorgung von öffentlichen, privaten und bundeseigenen Liegenschaften genutzt werden können“, so Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Bernd Reichelt, Geschäftsführer der Stadtwerke Munster-Bispingen GmbH.





