Geothermie in jedes Haus (73): München

06.02.10 | Nachrichten & Kurzmeldungen

 

Als erstes Bürogebäude in Deutschland erhielt das Hochhaus des Süddeutschen Verlages in München das LEED-Zertiikat in Gold wegen seines konsequent durchdachten Klima- und Energiekonzept. LEED®  ("Leadership in Energy and Environmental Design"), ein Zertifikat des US Green Building Council, gilt als weltweit erfolgreichstes Klassifizierungssystem für nachhaltige Gebäude und gewinnt auch in Deutschland zunehmend an Bedeutung.

Für den Investor Prime Office AG  und ihrem Mieter, dem Süddeutschen Verlag, waren die ökonomischen Vorteile der nachhaltig errichteten Immobilie entscheidend. Der durch die LEED-Zertifizierung belegte schonende Umgang mit Ressourcen und ein deutlich reduzierter Primärenergiebedarf sorgen für eine verbesserte Wertsubstanz. Gleichzeitig steigen Attraktivität und  Marktgängigkeit der ausgezeichneten Immobilie bei geringeren Lebenszykluskosten. Architekt Oliver Kühn von GKK+Architekten (Berlin), die Planer von WSP CBP Consulting Engineers (München) sowie die Generalübernehmer FOM Real Estate GmbH (Heidelberg) und LBBW Immobilien GmbH (Stuttgart) haben mit dem SV-Hochhaus eindrucksvoll umfängliche GreenBuilding-Kompetenz unter Beweis gestellt.

Ein in dieser Form bisher einzigartiges Zusammenspiel aus Geothermie und der Nutzung überschüssiger Wärmeenergie durch die Verschiebung von Wärme zwischen Gebäude und Erdreich sorgen für eine quasi CO2-neutrale Basisklimatisierung in Sommer und Winter. Präsenzmelder in den Räumen regeln Klima und Beleuchtung. Durch ein ausgeklügeltes

dezentrales Gebäudekonzept wird nicht nur den besonderen Anforderungen eines Verlagshauses Rechnung getragen, sondern der einzelne Mitarbeiter mit seinen persönlichen Bedürfnissen in den Mittelpunkt gestellt. Sensoren messen den natürlichen Lichteintrag und sorgen durch eine optimierte Einsteuerung von Kunstlicht für ideale Lichtverhältnisse am Arbeitsplatz und einen minimierten Energieverbrauch. Die resultierende Gesamtenergieeinsparung von bis zu 80 Prozent kann sich so im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen.

Fotos: Siegfried Gragnato