Landau: Wärme für „La Ola“ aus alter Erdölbohrung

09.02.10 | Nachrichten & Kurzmeldungen

 

Ab Sommer diesen Jahres wird der größte deutsche Erdöl- und Erdgasproduzent Wintershall das städtische Erlebnisbad „La Ola“ in Landau in der Pfalz mit geothermisch erwärmtem Wasser versorgen und beheizen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde jetzt getroffen. Die Energie kommt aus einer ehemaligen, 1.100 Metern tiefen Erdöllagerstätte, in der innerhalb eines geschlossenen Kreislaufes stündlich 22.000 Liter Wasser zirkulieren. „Die stillgelegte Förderstelle „La44“ ist eine von 75 Bohrungen unseres Unternehmens hier in der Region Landau“, erklärt Dr. Thomas Ruttmann, Betriebsleiter des Wintershall-Standortes Landau. Für die Nutzung der Geothermie muss die Erdölbohrung jedoch zunächst noch technisch umgerüstet werden: Bei der „Bohrung La44“ wird künftig über den Steigrohrstrang das erwärmte heiße Wasser zu Tage gefördert, eine Wärmepumpe und vier Wärmetauscher versorgen dann per Fernwärmeleitung das nur 500 Meter entfernte Freizeitbad. „Wir werden über diese Kooperation über eine Million Kilowattstunden pro Jahr umweltfreundliche Energie erhalten“, sagte Thomas Hirsch, Geschäftsführer der Stadtholding Landau in der Pfalz GmbH, die Betriebs- und Beteiligungsgesellschaft der Stadt.

Mit der Lage im Oberrheingraben hat Landau für die Gewinnung von geothermischer Energie ideale Voraussetzungen. „Bei einer Tiefenbohrung nimmt die Temperatur alle 100 Meter um durchschnittlich 4,7 Grad zu“, erläutert Ruttmann. Das liege deutlich über dem durchschnittlichen Temperaturanstieg von drei Grad pro 100 Meter Tiefe, der sonst zu verzeichnen sei. „Daher gibt es im Gebiet Landau eine im Vergleich zu anderen Regionen große Anzahl von Geothermie-Projekten.“ Für die Weiternutzung der ehemaligen Erdölbohrung La44  haben sich die drei Anteilseigner der hiesigen Konzession, die ExxonMobil Production Deutschland GmbH (EMPG), die Internationale Tiefbohr GmbH & Co. KG (ITAG) und die 100-prozentige BASF-Tochter Wintershall, mit der Lan Tec GmbH, einer Tochter der EnergieSüdwest AG, zusammengetan. Das Unternehmen hat sich auf die Nutzung regenerative Energien spezialisiert und betreibt im pfälzerischen Landau bereits mehrere Nahwärmenetze.

In Landau befindet sich das größte Erdölfeld im Oberrheingraben. Das Erdölfeld setzt sich aus acht Schollen zusammen, auf die insgesamt fast 200 Bohrungen abgeteuft wurden. Entdeckt wurde das Feld 1955 mit der Bohrung „Landau 2“. Im gleichen Jahr startete auch die Förderung des Erdöls. Insgesamt wurden in Landau seitdem mehr als 4,3 Millionen Tonnen Erdöl gefördert. Die BASF-Tochter Wintershall hält 50 Prozent der Konzession und hat auch die Betriebsführerschaft übernommen. Zusätzlich zu der Versorgung des Freizeitbades nutzt der Förderbetrieb in Landau durch die Aufbereitung von Lagerstättenwasser derzeit über 13 Millionen kWh geothermische Wärmeenergie. Die so geförderte Energie entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch von über 350 Haushalten. Bei einem jährlichen CO2-Ausstoß von rund 13 Tonnen pro Haushalt in Deutschland werden so mehr als 4.500 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart. (Quelle: Wintershall)