Frankreich: Geothermische Vereinigung vor der Gründung

29.04.10 | Nachrichten & Kurzmeldungen

 

Am 15. Juni wird in Paris die Association française de géothermie gegründet. Initiator Christian Boissavy hält diesen Schritt für längst überfällig. Frankreich gehört zu den europäischen Ländern, die bereits seit mehreren Jahrzehnten geothermische Energie in größerem Umfang in der Wärmeversorgung einsetzen. Geothermische Heizwerke und Fernwärmeversorgungen gibt es vor allem im Umland von Paris. Ein weiterer Schwerpunkt ist Aquitanien im Südwesten des Landes. Im karibischen Überseedepartment Guadeloupe wird ein geothermisches Kraftwerk betrieben. Die weitere Entwicklung der tiefen Geothermie stockte jedoch für lange Zeit. Erst in den vergangenen beiden Jahren nahm sie mit zwei neuen Wärmeversorgungsvorhaben am Flughafen Orly und im Pariser Nordwesten und mit der Inbetriebnahme des petrothermischen Pilotkraftwerks in Soultz-sous-Forêts wieder neuen Schwung auf. Stark entwickelt hat sich dagegen der Markt für oberflächennahe Geothermische Anlagen. Boissavy ist als Planer und Projektentwickler für tiefe geothermische Systeme von Anfang an dabei gewesen und zählte 1998 zu den Gründern des European Geothermal Energy Council. EGEC, dessen erster Präsident er über lange Jahre war. In einem Interview mit dem Journal de l'environnement begründete er die Notwendigkeit einer eigenen französischen geothermischen Vereinigung auch mit dem das katastrophalen Imagedefizit der Geothermie in Frankreich gegenüber anderen erneuerbaren Energieträgern und verwies auf die Erfolge in den Nachbarländern, insbesondere in Deutschland, für die Entwicklung eines geothermischen Marktes.