Geothermie in mittelalterlichen Gemäuern
18.05.10 | Geothermie im BestandGegenwärtig werden mehrere historische Gebäude saniert, wobei oberflächennahe Geothermie zum Einsatz kommt. Besonders int-
eressant sind der Paulusdom in Münster, das Konstanzer Konzil so-
wie das Stiftsmuseum in Xanten.
Der über 700 Jahre alte Paulusdom in Münster wird wegen umfang-
reicher Sanierungsarbeiten von Juli bis Ende November 2011 ge-
sperrt. Zu den Sanierungsmaßnahmen gehört auch die Installation einer Geothermieanlage hinter dem Garten der Bistumsverwaltung. Zusammen mit einer Brennwertkesselanlage sollen so jährlich Energiekosten von 13.000 Euro eingespart sowie die CO2-Emissionen beträchtlich verringert werden. In Konstanz arbeitet man derzeit an der umfangreichen Sanierung des historischen Konzils. Früher einmal, zwischen 1414 und 1418, war es Tagungsort des größten Kongresses zur Papstwahl. Von 1968 bis 1970 wurde das Konzilgebäude renoviert und zu einem Tagungs- und Festgebäude umgestaltet. Nach Fertigstellung der nun geplanten Sanierung heizt das Gebäude danach mithilfe von Erdwärme und der Speicherung überschüssiger Wärme aus der Lüftungsanlage wesentlich umweltfreundlicher: Der Ausstoß an CO2 wird von 250 auf 160 Tonnen pro Jahr reduziert. In Xanten am Niederrhein ging es um die Errichtung des Stiftsmuseums in den historischen Gebäuden des ehemaligen Kanoniker-
stifts. Hier war es besonders wichtig, Temperatur und Luftfeuchtigkeit wegen der wertvollen und empfindlichen Exponate konstant zuhalten. Daneben galt für die Kirche als Träger: „Die Bewahrung des Schöpfungsgebietes, nicht zu viel Energie zu verbrauchen“, wie es Architekt Heinz Wrede ausdrückt. Daher fiel die Wahl auf die Geothermie. Insgesamt wurden 37 Bohrungen abgeteuft.
Quellen und weitere Informationen:




