Geothermie-Land Island plant Stromexport nach Europa

10.03.11 | Nachrichten & Kurzmeldungen

 

Mit Hilfe einer Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) könnte Island elektrische Energie bis nach Europa transportieren. Diese Möglichkeit prüft derzeit der staatliche Energiekonzern Landsvirkjun. Doch schon jetzt ist klar, dass nicht die technische Machbarkeit einer Umsetzung des Projektes im Wege stehen wird, sondern dass für das Vorhaben vor allem die Wirtschaftlichkeit entscheidend ist. Denn die Idee einer Kabelverbindung zum Festland ist in Island nicht neu, die Kostenfrage hat eine Realisierung bislang verhindert. Inzwischen haben die steigenden Energiekosten jedoch die Voraussetzungen für das Vorhaben verändert. "Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Verlegung des Kabels lohnt, steigt mit der Strompreisdifferenz zwischen Island und Europa", sagt Landsvirkjun-Chef Hordur Arnason.

Island erzeugt 73 Prozent seines Stroms aus Wasserkraft und 27 Prozent aus Geothermie. Damit ist das Land nicht nur unabhängig von den weltweit steigenden Energiepreisen, sondern die produzierte Elektrizität ist aufgrund der hervorragenden natürlichen Rahmenbedingungen auch günstiger als in anderen Ländern. Die Energie ist so überreich vorhanden, dass die Hauptstadt Reykjavik im Winter sogar Straßen heizt.

Quelle: Financial Times Deutschland