Erdwärme stammt zur Hälfte aus radioaktivem Zerfall

21.07.11 | Forschung & Entwicklung

 

Je näher man dem Erdkern kommt, desto heißer wird es. Bis zu 7.000 ˚C kann die Temperatur dort betragen. Grafik: GFZ

Ein internationales Forscherteam hat durch Messungen am KamLAND-Neutrinodetektor in Japan ermittelt, dass zerfallende Radioisotope etwa die Hälfte zum gesamten Wärmefluss aus dem Erdinneren beitragen. Das Wissenschaftlerteam zählte Elektron-Antineutrinos aus dem Erdkern, die beim Zerfall von Uran-238 und Thorium-232 entstehen und berechnete daraus die Konzentration dieser Elemente im Erdinnern. Insgesamt erzeugen die Radioisotope demnach 20 Terawatt Wärme. Dazu kommen vier Terawatt aus dem Zerfall von Kalium-40. Damit liefern die Forscher die bisher genauesten Daten darüber, wie viel der rund 44 Terawatt Gesamt-Erdwärme aus Zerfallsprozessen stammt. Der Rest der Erdwärme müsse aus dem Hitzevorrat kommen, den die Erde noch aus der Zeit der Planetenbildung in sich trägt, berichten die Forscher im Fachblatt „Nature Geoscience“. Die Ergebnisse bestätigen nun sowohl theoretische Modellrechnungen als auch die Daten anderer Forschergruppen.
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