Bundesverband informiert über hydraulische Stimulation in der Geothermie

01.08.11 | Tiefe Geothermie

 

Mit einem Hintergrundpapier über die Methode der hydraulischen Stimulation reagiert der GtV-Bundesverband Geothermie auf die Diskussion um die Fracking-Technologie, die im Zusammenhang mit der geplanten Schiefer- und Kohleflözgas-Erschließung im Münsterland aufgekommen ist. Am 1. August 2011 hat der Verband zu diesem Thema die folgende Pressemitteilung herausgegeben.

Bundesverband informiert über hydraulische Stimulation in der Geothermie

[Berlin, den 01.08.2011] Der GtV-Bundesverband Geothermie lässt ein Hintergrundpapier zur hydraulischen Stimulation bei der geothermischen Energiegewinnung erstellen. Er reagiert damit auf Kritik an der Fracking-Technologie, die im Zusammenhang mit der geplanten Schiefer- und Kohleflözgas-Erschließung im Münsterland laut geworden ist.

Durch die technische Nähe der eingesetzten Verfahren ist mit der Kritik am „Hydraulic Fracturing“ der unkonventionellen Erdgasförderung auch die tiefengeothermische Energiegewinnung in die Diskussion geraten. So wird nicht mehr nur die Zulässigkeit von Fracking-Verfahren im Bereich der Erdgaserschließung kritisiert, sondern auch die in der Tiefen Geothermie angewandte hydraulische Stimulation wird in Frage gestellt. Dies hält der GtV-Bundesverband Geothermie für ungerechtfertigt und möchte Politik und Öffentlichkeit mit Hilfe des Hintergrundpapiers über die Methode der hydraulischen Stimulation in der Geothermie informieren. Denn zum Erzeugen von Fließwegen in Gesteinen kann auf die Beimengung von Stützmitteln sowie auf Chemikalien, wie bei der Erschließung von Erdöl- und Erdgaslagerstätten üblich, weitgehend verzichtet und das Gestein allein mit Wasser aufgebrochen werden. Zudem besteht nicht die Gefahr des Gasaufstiegs in höher liegende Grundwasserleiter, da keine Gaslagerstätte erschlossen wird.

Der Präsident des GtV-Bundesverbandes Geothermie, Horst Rüter, meint daher: „Mit einer pauschalen Abkehr von jeder Form der Fracking-Technologie würde man das Kind mit dem Bade ausschütten. Der Einsatz hydraulischer Stimulationsverfahren in der Geothermie ist absolut verantwortbar.“ Er verweist zudem auf die große Bedeutung der hydraulischen Stimulation für die Geothermie. Durch die Injektion von Wasser werden dabei in Gesteinseinheiten bestehende Risse erweitert oder auch zusätzliche Risse erzeugt. So erhöht sich die Durchlässigkeit des Untergrundes und das Thermalwasser kann leichter zirkulieren, um mehr Erdwärme aufzunehmen und an die Oberfläche zu befördern. Die Risserweiterung oder -erzeugung ermöglicht somit auch die Erdwärmegewinnung aus hydraulisch dichten Kristallin-Gesteinen, die mit Abstand die größte Energieressource des Untergrundes darstellen. „Durch das Verfahren der hydraulischen Stimulation wird Geothermie unabhängig von den geologischen Verhältnissen in ganz Deutschland nutzbar“, erklärt Rüter. „Damit kann das immense Potenzial der Erdwärme als regenerative, landschaftsschonende und vor allem grundlastfähige Energiequelle erschlossen werden.“

Um die Nutzung dieses Potenzials für eine zukunftsfähige Energieversorgung zu ermöglichen, möchte der GtV-Bundesverband Geothermie nun mit Hilfe des Hintergrundpapiers die Diskussion um die hydraulische Stimulation und die Fracking-Technologie versachlichen. Ziel ist dabei nicht nur die Aufbereitung technischer Informationen, sondern auch die Erarbeitung eines Leitfadens für Betreiber und Behörden. Die Veröffentlichung des Hintergrundpapiers hat der GtV-Bundesverband Geothermie für Herbst 2011 vorgesehen.

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