Erfolgreicher Runder Tisch der Geothermie-Branche in Baden-Württemberg

14.09.11 | Oberflächennahe Geothermie

 

Auf Einladung des GtV-Bundesverbandes Geothermie und des Bundesverbandes Wärmepumpe fand am 8. September 2011 in Tübingen ein Runder Tisch mit Bohrfirmen aus Baden-Württemberg statt. Damit setzen die Verbände eine zentrale Maßnahme ihres am 26. August auf einer Pressekonferenz in Stuttgart angekündigten Qualitätspaketes um.

Einigkeit bestand in der Runde darüber, dass die Branche jederzeit in modernste Technologie investieren und die Überwachung von Erdwärmesondenbohrungen verstärken muss. Sollten in Zukunft erneut Schäden auftreten, könnten Soforthilfen durch eine projektbezogene Versicherungslösung finanziert werden. Diese soll verursacherunabhängig konzipiert sein. Dadurch können Geschädigte unverzüglich eine finanzielle Unterstützung bis zu einer Million Euro erhalten, auch wenn der Verursacher noch nicht feststeht. Zudem beschlossen die 16 anwesenden Bohrunternehmen einvernehmlich, die Deckungssumme ihrer Haftpflichtversicherung auf mindestens fünf Millionen Euro anzuheben. Darüber hinaus willigten sie in die Fremdüberwachung ihrer Qualitätsstandards ein, die von externen, unabhängigen Einrichtungen wie TÜV, Dekra oder privaten Sachverständigen durchgeführt werden soll. Die Verbände sehen gleichzeitig vor, Schulungen für Bohrunternehmer und Überwachungsbeauftragte zu veranstalten, um ein hohes Qualitätsniveau in der Branche sicherstellen zu können.

Der Runde Tisch war auf Anregung des GtV-Bundesverbandes Geothermie in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Wärmepumpe zustande gekommen. Er ist Teil eines Maßnahmenpaketes in Reaktion auf die Gebäudeschäden in Leonberg (Baden-Württemberg), die Ende Juli vermutlich durch eine Erdwärmesondenbohrung verursacht wurden. Das baden-württembergische Umweltministerium hatte auf die Schadensfälle mit einer Tiefenbegrenzung von Bohrungen bis zum ersten Grundwasserstockwerk reagiert. Diese Begrenzung ist für die Unternehmen der Geothermiebranche existenzbedrohend und nach Ansicht des Bundesverbandes Geothermie auch nicht zielführend. „Die Branche wird alles Notwendige tun, um das Vertrauen in die Erdwärme wieder herzustellen. Denn allein in Baden-Württemberg gibt es über 10.000 erfolgreich laufende Erdwärmeheizungen. Schadensereignisse sind dabei äußerst selten, die Quote liegt bei nur 0,3 %“, sagt Stefan Schiessl, Sprecher der Sektion Oberflächennahe Geothermie im GtV-Bundesverband Geothermie. Das am Runden Tisch beschlossene Vorgehen soll dieses Risiko weiter minimieren.

„Wir gehen davon aus, dass wir durch unsere Maßnahmen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass das Umweltministerium die Tiefenbegrenzung wieder aufhebt und mit der Branche gemeinsam am erfolgreichen Ausbau der Geothermie in Baden-Württemberg arbeitet“, kündigt Schiessl an. Die bisherigen Gespräche mit dem Umweltministerium seien konstruktiv verlaufen und man sei sich in den zentralen Punkten einig. „Das Ministerium wie auch die Verbände und Marktteilnehmer sehen die Geothermie als wichtigen Baustein in der Energiewende. In Zusammenarbeit mit allen Akteuren werden wir die aktuellen Herausforderungen angehen und die Erfolgsgeschichte der oberflächennahen Geothermie in Baden-Württemberg fortsetzen.“ 

Quelle: Pressemitteilung des GtV-Bundesverbandes Geothermie vom 14. September 2011