Geothermische Energie für Großflughafen

02.02.12 | Oberflächennahe Geothermie

 

Simulation der Airpot City des entstehenden Fluhafens BER, Visualisierung: Björn Rolle/ Berliner Flughäfen

Der neue Flughafen Berlin Brandenburg (BER) wird seine Passagiere und Besucher mit geothermisch bereitgestellter Wärme bzw. Kühlung versorgen. Im neu errichteten Terminal des Flughafens, der im Juni 2012 seine Pforten öffnet, werden 318 der rund 800 Gründungspfähle zu Energiepfählen aufgerüstet. Damit wird im Winter die Wärme aus dem Erdreich für die Beheizung des Terminals genutzt, während im Sommer die Kühlungsabwärme gespeichert wird, um im Winter wieder als Wärmequelle für die Wärmepumpen herangezogen zu werden. Jeweils 800 MWh Wärme bzw. Kühlung pro Jahr sollen mit den Maßnahmen, an deren Umsetzung auch die Geothermie Neubrandenburg GmbH (GTN) beteiligt ist, bereitgestellt werden bei einer maximalen Leistung von 310 (Wärme) bzw. 180 kW (Kühlung).

Geothermie bildet damit eine wesentliche Grundlage für das Energiekonzept des Terminals. Auch seinen Strombedarf will der neue Hauptstadtflughafen bis Ende 2013 zur Hälfte aus Erneuerbaren Energien decken. Der Strom werde in Wasserkraftanlagen erzeugt und sei mit dem «Grünen Strom-Label» zertifiziert, teilte der Flughafen mit. Die andere Hälfte des Strombedarfs soll durch eine Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung gesichert werden. Gasbetriebene Blockheizkraftwerke auf dem Gelände sollen gleichzeitig Strom, Wärme und Kälte liefern. «Da wir im neuen Terminal Erdwärme nutzen, war es nur konsequent, auch beim Zukauf von Strom auf erneuerbare Quellen zu setzen», erklärte Flughafen-Geschäftsführer Manfred Körtgen.

Der BER ist nicht der erste Flughafen, der für seine Energieversorgung Geothermie nutzen will. Auch im Bereich des Flughafens Frankfurt/Main plant eine Projektgesellschaft aus Mainova, Fraport und RWE Innogy geologische Erkundungsmaßnahmen, um ein Tiefengeothermie-Kraftwerk zu errichten. Die gewonnene geothermische Energie soll der Wärme- und Stromversorgung des Flughafens Frankfurt dienen. Eine Machbarkeitsuntersuchung hat bereits die überdurchschnittlichen geothermischen Potenziale des Standortes Frankfurt Flughafen aufgezeigt (siehe Newsmeldung vom 13. April 2011).

Quellen: GTN, www.ber-heute.de