VW-Werk in Emden wird „grün“ durch Geothermie

08.02.12 | Oberflächennahe Geothermie

 

Die neue VW-Karosseriehalle in Emden, die 528 m lang und 120 m breit werden soll, wird ihre knapp 5.000 Gründungspfähle als „Energiepfähle“ nutzen. Diese werden Erdwärme aus dem Boden aufnehmen und damit 2MW Energieleistung erbringen. Dr. Detlev Hoge, Planungsleiter des Emdener Volkswagenwerks, stellte das in dieser Dimension ungewöhnliche Projekt am 7. Februar 2012 bei einer Veranstaltung im Werk als Teil der "grünen Fabrik" vor. Nach diesem Konzept will Emden in einigen Jahren Autos bauen, ohne dabei Kohlendioxid auszustoßen. Dafür werden neben Erdwärme auch Solar- und Windenergieanlagen, Energieeinsparungen, Maßnahmen zur Wärmedämmung, Brennstoffzellen, Biomasse-Heizkraftwerke u.a. genutzt. VW Emden wird die gesamte erzeugte Energie jedoch nicht in das öffentliche Netz einspeisen, sondern diese selbst nutzen. Ziel ist es, als kompletter Eigenversorger unabhängig vom nationalen und internationalen Netz zu werden.

Der Volkswagen-Konzern investiert bis Ende 2013 über 100 Mio. Euro in seinen Standort in Emden. Damit erfährt das 8.600 Mitarbeiter starke Werk die größte Strukturveränderung seit seiner Entstehung. Die Arbeiten an der neuen Karosseriebauhalle, an einem 40 000 m² großen Logistic Optimization Center (LOC) sowie am Technik- und Trainingszentrum sollen nach Unternehmensangaben Ende 2013 abgeschlossen sein. Nach Gründung des Standortes im Jahr 1964 war das Emder Volkswagen Werk zunächst auf die Fertigung des Käfers spezialisiert. Bis Ende 2011 wurden in Emden insgesamt über 10,17 Mio. Fahrzeuge gefertigt. Derzeit werden dort die Passat Limousine sowie exklusiv der Passat Variant und ab 2012 der Passat Alltrack sowie der VW CC gebaut.

Quellen: Generalanzeiger , www.produktion.de