Deutsche Bahn testet geothermische Weichenheizung

27.02.12 | Oberflächennahe Geothermie

 

Die Rottalbahn bei Pfarrkirchen Richtung Anzenkirchen (Foto: Konrad Lackerbeck)

Die Südostbayernbahn hat im Bahnhof Sulzbach eine geothermische Weichenheizung errichtet. Durch die Anlage auf der Rottalbahn werden zwei Weichen ökologisch nachhaltig mit Wärme geheizt, um sie im Winter eis- und schneefrei zu halten. Die Weichenheizung in Sulzbach wurde zusammen mit zwei weiteren Anlagen in Farchant und Vilseck im Rahmen eines deutschlandweiten Pilotprojekts der Deutschen Bahn AG zur Nutzung von oberflächennaher Geothermie entwickelt.

„Die Weichenheizung sorgt dafür, dass unsere Züge auch bei widrigen Witterungsbedingungen pünktlich fahren können“, berichtete Christian Kubasch, technischer Leiter der Südostbayernbahn, bei einer Besichtigung mit Ruhstorfs Bürgermeister Erich Hallhuber. Der Standort Sulzbach bietet nach Auskunft von Projektleiter Stephan Lechner beste Voraussetzungen, da bereits wenige Meter unter der Erdoberfläche Grundwasser fließt, das zur Wärmegewinnung genutzt wird. Die Investitionskosten der geothermischen Anlage belaufen sich auf rund 130.000 Euro. Nach Aussagen des Herstellers TripleS GmbH sind diese Kosten zwar etwas höher als bei herkömmlichen Anlagen, dafür sollen der Energiebedarf und die Betriebskosten um bis zu 60% gesenkt werden.

Ein Jahr wird die geothermische Anlage in Sulzbach getestet. Bewährt sich das Verfahren, wird die Südostbayernbahn in den nächsten Jahren weitere Stationen mit der klima- und umweltfreundlichen Technologie ausstatten.

Quelle: Pressemitteilung der DB Mobility Logistics AG vom 24.02.2012