Stadtwerke München planen 16 neue Geothermieprojekte

13.03.12 | Tiefe Geothermie

 

Münchens Altstadt mit Frauenkirche, Foto: David Kostner

München soll bis 2040 die erste deutsche Großstadt werden, die ihre Fernwärme zu 100 % aus Erneuerbaren Energien gewinnt. Dabei setzen die Stadtwerke München (SWM) neben Ökogas und Biomasse zum größten Teil auf Tiefe Geothermie: Bis zu 16 neue Geothermieprojekte sollen im Stadtgebiet entstehen. Die Stadtwerke wollen das im Norden Münchens rund 80 °C und im Süden sogar bis zu 140 °C heiße Thermalwasser, das in Tiefen von 2.000 bis 3.000 m zu finden ist, flächendeckend anzapfen. Die Pläne sind das Ergebnis umfangreicher Seismik-Messungen, die die Stadtwerke in den vergangenen Jahren im Münchner Stadtgebiet und Umland durchgeführt haben. Wann die Anlagen entstehen sollen, steht jedoch noch nicht fest und auch die genauen Standorte müssen erst noch genauer erkundet werden. Im Jahr 2012 werden die SWM dafür weitere Seismik-Messungen durchführen.

Das derzeit rund 800 km lange Münchener Fernwärmenetz liefert heute 25 % der Heizenergie für München – vor allem aus Kraft-Wärme-Kopplung. Ziel ist der Ausbau auf bis zu 30 % des städtischen Wärmebedarfs. Die Einbindung der Geothermie in die Fernwärmeversorgung muss schrittweise erfolgen. Denn neben der sukzessiven Erschließung der geothermischen Potenziale müssen die Vor- und Rücklauftemperatur im Netz teilweise abgesenkt werden, wofür Anpsassungen am Fernwärmenetz und an den Kundenstationen notwendig sind.

Bislang ist das Heizwerk Riem das geothermische Vorzeigeprojekt der SWM. Mitte 2004 in Betrieb genommen, decken die SWM heute mit dem über 90 °C heißen Wasser aus 3.000 m Tiefe den Wärmebedarf der Messestadt und zukünftig auch der Neuen Messe München (Newsmeldung vom 10. August 2011). Mitte 2012 werden die Stadtwerke ein weiteres Heiz- und auch Kraftwerk im nur 20 km entfernten Sauerlach in Betrieb nehmen. Hier herrschen Wassertemperaturen von über 140 °C in rund 5.000 m Tiefe, so dass neben Wärme auch Strom gewonnen werden kann. Insgesamt sehen die SWM vor, damit rund 16.000 Haushalte mit Ökostrom zu versorgen und auch Wärme für die Versorgung der Sauerlacher Haushalte bereitzustellen.  Als nächstes Projekt steht die Geothermieanlage in Freiham zur Realisierung an. Im Herbst 2012 werden die SWM nochmals seismische Messungen durchführen, um 2013 mit den Geothermiebohrungen starten zu können. Ab 2014 soll die Anlage die Grundlast des Wärmebedarfs des neuen Münchener Stadtteils Freiham sowie benachbarter Gebiet im Münchner Westen liefern. Informationen zu den Geothermie-Projekten der SWM finden Sie hier.  

Quelle: Pressemitteilung der Stadtwerke München vom 12. März 2012