Umfrageergebnisse: Zuspruch für Geothermieprojekt Groß-Gerau

29.03.12 | Tiefe Geothermie

 

Die Nutzung der Tiefen Geothermie stößt in der Bevölkerung von Groß-Gerau auf Zustimmung. Das ergab eine Befragung der unabhängigen Schweizer Stiftung Risiko-Dialog im Auftrag der Überlandwerk Groß-Gerau GmbH. Im November und Dezember 2011 führte die Stiftung Gespräche mit rund 40 Personen aus verschiedenen Verbänden, Gruppierungen und der Bevölkerung im Landkreis Groß-Gerau über die Chancen und Risiken des geplanten Geothermieprojektes der ÜWG. Die Befragten zeigten große Hoffnung, dass die Geothermie als umweltfreundliche Energiequelle den Atomausstieg und die Energiewende vor Ort erleichtern.

Neben den großen Chancen des Projektes spielen aber auch Risiken und damit verbundene Ängste eine Rolle. Insbesondere die Möglichkeit seismischer Ereignisse beunruhigt die Bürger. Daher betont Detlev Höhne, kaufmännischer Geschäftsführer der Überlandwerk Groß-Gerau GmbH: „Sicherheit steht an erster Stelle und geht vor Rendite! Uns ist klar, dass wir für die Realisierung dieses Projektes das Vertrauen der Bevölkerung brauchen und ein glaubwürdiges Konzept für den Umgang mit den Risiken vorlegen müssen. (…) Darüber hinaus sollen wissenschaftliche Daten über das Auftreten und die Entstehung von natürlichen Erderschütterungen im Oberrheingraben, insbesondere im Kreis Groß-Gerau, gewonnen werden. Im Rahmen des Projekts SIMON hat die ÜWG hochsensible Messgeräte aufgestellt, um etwaige seismische Ereignisse in der Gegend aufzunehmen und die Ursachen zu erkunden. Die so gewonnen Daten fließen in die Planungen für das Geothermiekraftwerk der ÜWG ein und sollen auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Eine spezielle Internetseite befindet sich im Aufbau.

Den Abschlussbericht über die Bürgerbefragung in Groß-Gerau hat die ÜWG auf ihrer Internetseite bereitgestellt (Meldung der ÜWG vom 21. März 2012)

Das Geothermie-Kraftwerk in Groß-Gerau soll frühestens 2014 ans Netz gehen. Die ÜWG verfolgt während des gesamten Projektverlaufes eine umfassende Bürgerbeteiligung. Dabei setzt die ÜWG auf die gemeinnützige Stiftung „Risiko-Dialog St. Gallen“ aus der Schweiz als Moderator, der als neutrale Plattform eine transparente Kommunikation mit allen Beteiligten unterstützt. Die eigens eingerichtete Internetseite www.erdwaerme-gg.de und das 2011 eröffnete Geothermie- Erlebniszentrum GEOlife bieten die Grundlage für eine offene und transparente Kommunikation und Beteiligung der Öffentlichkeit. Sobald ein konkreter Standort für das Kraftwerk zu benennen ist, sind zudem verschiedene Bürgerforen geplant. Erst nach Abschluss dieses Bürgerdialogs soll eine Entscheidung für oder gegen ein Geothermiekraftwerk fallen. „Wir wollen die Energiewende mit und nicht gegen die Bevölkerung umsetzen“, fasst Höhne den geplanten Weg zusammen. 

Die Anlage in Groß-Gerau könnte nach Angaben der ÜWG pro Jahr rund 25 Mio. KWh Ökostrom produzieren. Diese Menge reicht aus, um rund 7.000 Haushalte im Kreis Groß-Gerau mit Strom zu versorgen. Damit würde das Projekt einen wesentlichen Beitrag zu dem politischen Ziel des Kreises leisten, bis zum Jahr 2020 etwa 30 % des Stromverbrauchs aus Erneuerbaren Energien zu decken. Die Wärme, die ein solches Kraftwerk produziert, könnte zudem den Jahreswärmebedarf von rund 400 Privathaushalten decken, was in etwa der Menge von 750.000 Litern Heizöl entspricht. Insgesamt würden so gut 27.000 Tonnen CO2 eingespart.

Quelle: Meldung der ÜWG vom 21. März 2012