Holzkirchen entscheidet sich für Geothermie

05.04.12 | Tiefe Geothermie

 

Der Marktgemeinderat Holzkirchen hat am 22. März ohne Gegenstimme beschlossen, ab 2013 Geothermie-Bohrungen niederzubringen, um mit Thermalwasser aus rund 5.000 m Tiefe Strom und Wärme selbst zu produzieren. Das Gesamtvolumen des Projektes beläuft sich auf rund
71 Mio. Euro. 17 Mio. Euro stellt der Gemeinderat als Anschubfinanzierung (Eigenkapital) bereit. Gut zwei Mio. davon sind bereits bezahlt, für die 3 D-Seismik und erste Grundstückskäufe. Für die verbleibenden 15 Mio. Euro löst die Gemeinde Rücklagen auf und nimmt nächstes Jahr einen neuen Kredit auf. Danach soll sich das Projekt selber tragen, finanziert durch Kredite der Bayerischen Landesbank und der Kreissparkasse. Das Risiko einer Nichtfündigkeit ist durch die Münchner Rück abgesichert. In etwa zehn Jahren soll die Geothermienutzung durch Strom- und Wärmeverkauf erste Gewinne abwerfen.

Die Projektorganisation übernehmen die Gemeindewerke selbst, die als nächsten Schritt die rund 26 Mio. Euro teuren Bohrungen europaweit ausschreiben. Sechs Jahre hatte der Anlauf zu dem Projekt bis zum endgültigen Beschluss, dem Stresstests und „worst-case“-Szenarien vorangegangen waren, gedauert. Entsprechend positiv waren die Stimmen nach der Sitzung: Die Geothermie schaffe die Voraussetzung, um unabhängig zu werden von Gas und Öl, die Holzkirchner könnten dann "ihre Energiekosten an sich selbst zahlen".

Quelle: www.merkur-online.de