3D-Seismik-Kampagne in Traunstein erfolgreich beendet

29.05.12 | Tiefe Geothermie

 

Das Team der Geothermie Traunstein Projekt GmbH um Geschäftsführer Thomas Engmann (3.v.r.) freut sich über den erfolgreichen Abschluss der 3D-Seismikuntersuchungen. Foto: Christian Luckner

Die Geothermie Traunstein Projekt GmbH hat die 3D-Seismikuntersuchungen in der Region Traunstein erfolgreich abgeschlossen. Seit Mitte April war ein seismischer Messtrupp auf dem knapp 75 Quadratmeter großen Aufsuchungsfeld unterwegs, um mittels Vibrationsseismik Daten über die Beschaffenheit des Untergrundes zu sammeln. Bei dem Verfahren senden Vibrationsfahrzeuge Wellen in den Untergrund, die von den einzelnen Gesteinsschichten unterschiedlich reflektiert werden. An der Oberfläche zeichnen hochempfindliche Sensoren die Reflexionen auf.

Die Auswertung der Daten kann bis zu vier Monate dauern. Dazu wird das gesamte Aufsuchungsfeld in 25 x 25 Meter kleine Einheiten unterteilt. Als Ergebnis wird ein dreidimensionales Bild der wasserführenden Malmschicht entstehen, die in Traunstein etwa 4.800 bis 5.900 Meter tief unter der Erde liegt. „Dieses Bild ist qualitativ umso hochwertiger, je mehr aufgefangene Reflexionen sich an den jeweiligen Stellen überlagern“, erklärt Geophysiker Dr. Andreas Schuck, der die Untersuchungen überwacht hat. Bei der Seismikkampagne in Traunstein wurde eine 60- bis 70-fache Überdeckung der Signale erreicht. Laut Dr. Schuck ein überaus guter  Wert, der auf ein sehr detailliertes Bild hoffen lässt. Mithilfe dieses entstehenden Bildes lassen sich dann die gesuchten Heißwasservorkommen lokalisieren, die ab 2015 in dem geplanten emissionsfreien Geothermiekraftwerk zur umweltfreundlichen Strom- und Wärmegewinnung genutzt werden sollen.

„Der nächste Schritt zur Realisierung des neuen Kraftwerks sind Explorationsbohrungen, durch die das heiße Wasser im Untergrund erschlossen und mit Pumptests auf seine Leistungsfähigkeit überprüft wird“, erklärt Thomas Engmann, Geschäftsführer der Geothermie Traunstein Projekt GmbH. „Wir gehen davon aus, dass wir noch Ende des Jahres mit dem Bohren beginnen können.“(ew)

Quelle: www.geothermie-traunstein.de