Sankt Gallen: Bohrturm in Aussicht
01.06.12 | Tiefe GeothermieDie Tiefbohrungen für das Geothermie-Projekt der Stadt St.Gallen können voraussichtlich noch in diesem Jahr beginnen. Schon zwei Mal hat sich das Projekt im Sittertobel verzögert. Nach einer ersten Verschiebung im Januar wegen Problemen bei der Ausschreibung war der notwendige Bohrturm schon an ein anderes Projekt vergeben worden (siehe Newsmeldungen 09.05 und 17.01.2012). Auf Grund der wenigen Exemplare dieses Bohrer-Modells lief der Bohrstart daraufhin Gefahr sich ins Jahr 2013 zu verschleppen.
Nun konnte aber die Stadt St.Gallen nach intensiven Gesprächen mit dem beauftragten Unternehmen ITAG Tiefbohr GmbH und dem Erdgas-Projekt aushandeln, dass ein Teil der Bohrungen zugunsten des St. Galler Projekts verschoben werden. Voraussichtlich im November 2012 kann der Umzug der etwa 500 Tonnen schweren Anlage nach St.Gallen erfolgen. Läuft alles nach Plan, wird vier Monate nach Bohrbeginn eine Tiefe von 4000 Metern erreicht. Mit dem für 160 Millionen Franken entstehenden Geothermie-Heizkraftwerk kann nach Angaben der Stadtwerke zukünftig bis zu einem Drittel der städtischen Energieversorgung sichergestellt werden.
Neben St. Gallen gibt es in der Schweiz nur noch ein bohrreifes Projekt in Lavey les Bains (VD). Die Organisation Geo-Energie Suisse AG, eine Gesellschaft mehrerer Schweizer Energieversorger, die die Tiefengeothermie in der Schweiz unterstützt, hat sich darum zum Ziel gesetzt, in den nächsten Jahren 10 Geothermie-Projekte zu lancieren. So könne man bis 2020 herausfinden, ob die Geothermie in der Schweiz Zukunft hat. (ew)
Interessierte können die Arbeiten zum Aufbau des Kraftwerks in St.Gallen über eine Webcam am Bohrplatz mitverfolgen.






