Geretsried: Bohrstart erst im Herbst
08.06.12 | Tiefe GeothermieDie Projektgesellschaft Enex Power Germany hat den für Juni vorgesehenen Bohrstart des Tiefengeothermieprojektes in Geretsried/ Gelting auf Herbst verschoben. Grund ist, dass Enex sich für ein neues Bohrer-Modell mit stärkerem Motor entschieden hat, das gerade erst bei der Firma Bentec in Bad Bentheim gebaut wird.
Ursprünglich sollte der Bohrer, der auch in Taufkirchen nach Thermalwasser gebohrt hat, in Gelting eingesetzt werden. Doch Enex hat einen „erheblichen fünfstelligen Betrag“ in Bohrplanung und geologische Bewertungen investiert und aufgrund der bei den Bohrungen in Taufkirchen gemachten Erfahrungen soll daher nun unter anderem ein leistungsstärkeres Bohrgerät eingesetzt werden. Denn wie die jüngsten Erfahrungen bei anderen Geothermieprojekten zeigten, sind die letzten 1.000 Meter vor der wasserführenden Malmschicht meistens die schwierigsten. Trifft der Bohrer dort auf einen Bruch in der Erdplatte, kann es zu Problemen kommen. Es können sich Hohlräume bilden, die unter hohem Druck stehen, so dass der Bohrkanal einbricht oder der wasserbetriebene Meißel sich festfrisst, weil plötzlich die Spülflüssigkeit weg ist. Zum anderen bohre man im Gegensatz zu früher waagrecht durch die Malmschicht, um eine möglichst lange wasserführende Strecke zu haben. „Das ist mit dem vorhergesehenen Bohrer aber nicht machbar“, meint Enex-Geschäftsführer Robert Straubinger. Aus diesem Grund hat man sich für ein stärkeres Gerät entschieden, das inklusive Bohrturm Ende September geliefert werden soll.
In Geretsried sollen die beiden Bohrungen bis in 4.700 und 5.200 m Tiefe reichen. Dort wird mit 145 °C heißem Thermalwasser bei einer Schüttung von 100 Litern pro Sekunde gerechnet. Im Frühjahr 2012 konnte mit der Munich Re eine entsprechende Fündigkeitsversicherung abgeschlossen werden (siehe GtV-Newsmeldung vom 17.04.2012). Als Kapazitäten sind 40 MW thermisch bzw. 5,3 MW elektrisch geplant.
Quelle: www.merkur-online.de







