Geo-Energie Suisse AG will neues Bohrverfahren noch in diesem Jahr testen

25.06.12 | Tiefe Geothermie, Geothermie weltweit

 

Die Geo-Energie Suisse AG, ein Zusammenschluss mehrerer schweizer Energieversorger, will die Nutzung der Tiefen Geothermie in der Schweiz wieder verstärkt voranbringen. Nach Angaben ihres Präsidenten Daniel Schafer, zugleich CEO des mitbeteiligten Berner Energielieferanten EWB, soll dabei das „Multirissverfahren“ zum Einsatz kommen. Hier wird nicht wie bislang meist üblich nur in die Tiefe gebohrt, sondern etwa einen Kilometer weit auch horizontal. Entlang dieser horizontalen Bohrung platzieren die Ingenieure 40 kleine „Multirisse“ im Gestein. Die absolute Rissfläche soll dadurch im Vergleich zum herkömmlichen Verfahren gleich groß bleiben, doch die Möglichkeit des Auftretens induzierter Seismizität würde weiter verringert.

Noch in diesem Jahr sollen für drei Standorte in der Schweiz Bewilligungsverfahren für Testbohrungen eingeleitet werden. Das Ziel ist mindestens eine Testbohrung für das Verfahren ab 2014, in den 2020er-Jahren könnte dann die Stromproduktion durch geothermische Energie in der Schweiz beginnen. Als Standorte kommen in der Schweiz wegen des kristallinen Gesteinsuntergrunds nur das Mittelland und der Jura in Frage.

Doch auch wenn die Stadt Bern aufgrund ihrer Siedlungsdichte als Standort für die Testbohrungen ausfällt, soll die Erdwärme für die Stadt und damit für EWB aktuell werden, sobald sich das Verfahren bewährt hat. «Wir glauben daran», sagt Schafer. Möglich wäre gemäß den Szenarien von EWB ein Geothermiekraftwerk, das im Jahr 320 Gigawattstunden Strom produziert. Damit ließe sich ein Drittel des jährlichen Bedarfs der Stadt Bern abdecken.

Quelle: BZ Berner Zeitung