GEOenergie Bayern plant zwei Geothermieanlagen in Garching an der Alz

28.06.12 | Tiefe Geothermie

 

Die Firma GEOenergie Bayern will in der Gemeinde Garching an der Alz gleich zwei Projekte der Tiefen Geothermie durchführen. Das gab Geschäftsführer Bernhard Gubo am 26. Juni 2012 bei einer Pressekonferenz bekannt. Die GEOenergie Bayern führe die von der Unternehmensgruppe Streicher in Garching initiierte Nutzung der Erdwärme seit April 2012 alleinverantwortlich weiter. Die Auswertung der Seismikuntersuchung im 87 Quadratkilometer großen Aufsuchungsfeld von Garching an der Alz und Kirchweidach zeigte gute Ergebnisse sowohl bei der Temperatur als auch bei der Schüttmenge des Thermalwassers. Große Sicherheit geben auch die Ergebnisse der bereits durchgeführten Bohrungen im benachbarten Kirchweidach. Diese trafen mit 130°C und einer Schüttmenge von rund 150 l/s die Erwartungen der Projektgesellschaft.

Aufgrund dieser ausgezeichneten Datenlage soll in Garching a. d. Alz der Betrieb von zwei Kraftwerken für die Strom- und Fernwärmeversorgung möglich werden. Diese Dimension wäre bisher einmalig in Deutschland. Vorteilhaft wäre damit nicht nur die höhere Kapazität, sondern gleichzeitig auch die verbesserte Versorgungssicherheit. Denn sowohl bei Wartung als auch bei Störungen kann eines der beiden Kraftwerke redundant, also als "Ersatz", eingesetzt werden.

Als geplante thermische Leistung sind je Kraftwerk circa 55 MW vorgesehen, womit jeweils rund 8.000 Haushalte mit Wärme versorgt werden können. Die Stromerzeugung ist pro Kraftwerk mit rund 6,5 MW anvisiert. Für beide Projekte in Garching denkt der Geschäftsführer an ein Investitionsvolumen von insgesamt etwa 140 Millionen Euro. Allein die seismische Untersuchung kostete laut Bernhard Gubo, Geschäftsführer der GEOenergie Bayern GmbH, einen siebenstelligen Betrag. „Unsere Geldgeber sitzen in London. Dort ist die Finanzbranche risikofreudiger als in Deutschland“, ließ Gubo auf der Pressekonferenz durchblicken. Die Ergebnisse der seismischen Untersuchung lassen Gubo auf Wassertemperaturen zwischen 120 und 130°C in einer Tiefe zwischen 2900 und 3700 m hoffen.

Der Bohrbeginn für das Projekt ist für das 1. Quartal 2013 geplant. Bis dahin sind noch weitere geologische Untersuchungen nötig, um die optimalen Bohrpunkte festzulegen. Die GEOenergie Bayern GmbH würde gern beide Garchinger Standorte parallel entwickeln, aber der Beginn wird nach Aussagen von Gubo am Standort Bruck sein. Es handle sich um den Außenbereich und Geothermie sei keine privilegierte Nutzung. Die GEOenergie Bayern werde also noch in diesem Jahr eine Bauvoranfrage bei der Gemeinde Garching einreichen und auch die Bohrung beantragen.

Bürgermeister Wolfgang Reichenwallner maß den Erdwärmeprojekten große Bedeutung für Garching zu. Hierin stecke sogar eine Chance auf weitere Betriebsansiedlungen. „Die Fraktionen des Gemeinderats sind begeistert über diese zukunftsweisende Maßnahme“, sagte der Bürgermeister. Die Gemeinde plane für Mittwoch, 25. Juli, abends im Nikolaussaal eine Informationsversammlung für die Bürger. Der genaue Beginn stehe noch nicht fest. Über eine Fernwärmeauskopplung könnten alle Garchinger von der Erdwärme profitieren.

Quelle: Passauer Neue Presse