Auch die Bundeswehr nutzt Tiefe Geothermie

09.07.12 | Tiefe Geothermie

 

Auch die Bundeswehr nutzt Erdwärme zum Beheizen ihrer Gebäude. Hier die ehemalige Zieten-Kaserne in Göttingen, Quelle: Ratze32 (Wiki)

Erstmals wird eine Kaserne der Bundeswehr zum Beheizen ihrer Gebäude Tiefe Geothermie nutzen. Am Standort Pfullendorf (Baden-Württemberg) soll eine hydrothermale Dublette in 1.500 m Tiefe 65°C heißes Thermalwasser erschließen. In einem Pressegespräch erläuterten Vertreter der Gemeinde und die Projektveranwortlichen das bislang in der Bundeswehr einzigartige Vorhaben. Die Vorbereitungen haben bereits vor vier Jahren mit Voruntersuchungen, Datenerhebungen und Genehmigungsverfahren begonnen. Nun sollen im Oktober die Bohrungen für die Förderbohrung beginnen, Anfang 2013 folgt in 850 Meter Entfernung die Reinjektionsbohrung, durch die das Wasser nach der Wärmeübertragung an der Oberfläche wieder in den Thermalwasserhorizont im Untergrund zurückfließt.

Die Inbetriebnahme der Anlage ist für Ende 2013 vorgesehen. Dann wird sie nahezu den Wärmebedarf der gesamten Liegenschaft von rund 6.100 Megawattstunden decken und damit pro Jahr 1.500 t Kohlendioxid einsparen. Rund 8,3 Millionen Euro investiert die Bundeswehr, um die Wärmeversorgung der Kaserne in Pfullendorf künftig durch Geothermie zu sichern. Die Kenntnis über das Thermalwasserverkommen im Untergrund stammt noch aus der jahrzehntelangen Erdölförderung in Pfullendorf. Es gab auch Überlegungen, kommunale Gebäude oder das Freibad an die geothermische Wärmeversorgung anzuschließen. Aber nach derzeitigem Erkenntnisstand reicht die Wasserkapazität dafür nicht aus.

Pfullendorf ist nicht der erste Standort der Bundeswehr, der die Energie aus dem Erdinneren nutzt: Die Sachsen-Anhalt-Kaserne in Weißenfels heizt seit 2010 mit einer oberflächennahen Geothermieanlage (siehe dazu GtV-BV-Newsmeldung 15.06.2010).

Quelle: Südkurier