Erdwärme für neuen Wiener Hauptbahnhof
13.07.12 | Oberflächennahe GeothermieEin Viertel der Heiz- und Kühlenergie des neuen Wiener Hauptbahnhofes soll aus Geothermie gewonnen werden. Dafür werden unterhalb der ca. 1,80 m starken Bodenplatte des Bahnhofes sowie auch in Teilbereichen der Bohrpfähle Absorberleitungen eingebaut, die mittels einer darin zirkulierenden Flüssigkeit die Wärme aus dem umgebenden Erdreich aufnehmen. Über eine Wärmepumpe bzw. eine Kältemaschine wird diese Energie zum Heizen im Winter und zur Klimatisierung des Bahnhofs im Sommer genutzt. Die Absorberfläche der Bodenplatte und der Energiepfähle beträgt zusammen rund 32.000 m2, womit ein jährlicher Wärmeertrag von 1.880 MWh sowie ein Kälteertrag von 475 MWh erreicht werden sollen.
Auf dem von der ÖBB (Österreichische Bundesbahnen) zur Verfügung gestellten Foto zu dieser Meldung ist zu sehen, wie die Absorberleitungen auf eine 10 cm starke aus Beton bestehende Sauberkeitsschicht verlegt werden. Nach Fertigstellung dieses Arbeitsschrittes werden die Absorberleitungen mit einem 10 cm starken Schutzbeton überdeckt. Danach wird die ca. 1,80 m starke und bewehrte Bodenplatte errichtet.
Wien ist nicht das erste Projekt, bei dem die ÖBB die Vorteile der Erdwärme nutzt: Auch beim Salzburger Hauptbahnhof, der neuen ÖBB-Konzernzentrale sowie dem Lainzer Tunnel kommt Geothermie zum Einsatz.
Allein mit der Nutzung der Geothermie im neuen Wiener Hauptbahnhof werden pro Jahr 20 Tonnen klimaschädlicher Kohlendioxidemissionen eingespart. Und auch die Stromversorgung des Verkehrsprojektes nutzt Erneuerbare Energien: Auf den Bahnsteigen werden Sonnendächer mit 1.200 m2 Photovoltaik-Kollektoren installiert. Die damit gewonnene Energie - sie entspricht in etwa dem Strombedarf von 30 Einfamilienhäusern - wird in die Beleuchtung des Bahnhofes fließen.
Das Gesamtprojekt Hauptbahnhof Wien mit einer Größe von 109 ha ist die für Wien derzeit bedeutendste Infrastrukturmaßnahme. Es geht bei diesem Projekt nicht nur um eine Verkehrsstation, sondern um die Entwicklung eines gesamten Stadtviertels mit Flächen für Büros, Handel und Dienstleistungen, Gastronomie sowie Wohnungen. Im Dezember 2012 erfolgt die Teilinbetriebnahme des Bahnhofes, womit der Hauptbahnhof Wien erstmals im Fahrplan der ÖBB erscheint und die ersten Züge durch den Bahnhof fahren.
Quellen: ÖBB, ÖBB Infrastruktur AG, www.diepresse.com








