Start der Seismik-Messkampagne in München

19.07.12 | Tiefe Geothermie

 

Schema der Reflektionsseismik wie sie auch in München durchgeführt wird, Quelle: DMT, Essen

Für die Fernwärmeversorgung der Stadt München haben die SWM eine ganz besondere Vision entwickelt: Bis zum Jahr 2040 soll München die erste deutsche Großstadt werden, in der Fernwärme zu 100% aus regenerativen Energien gewonnen wird. Den wesentlichen Beitrag wird dabei neben Ökogas und Biomasse die Geothermie liefern. Bis zu 16 neue Geothermieprojekte sollen dafür im Stadtgebiet entstehen (siehe Newsmeldung vom 15. März 2012). Die Stadtwerke wollen das im Norden Münchens rund 80 °C und im Süden sogar bis zu 140 °C heiße Thermalwasser, das in Tiefen von 2.000 bis 3.000 m zu finden ist, flächendeckend anzapfen.

Um genauer zu lokalisieren, wo die entsprechenden Potenziale in Münchens Untergrund vorliegen, haben die SWM eine Seismik-Kampagne beauftragt. Ab 23. Juli wird daher die Messkolonne voraussichtlich entlang zweier parallel verlaufender Ost-West-Routen und entlang zweier parallel verlaufender Nord-Süd-Routen unterwegs sein. Darüber hinaus werden im Bereich des Stadtteils Freiham, wo sich bereits ein Geothermiekraftwerk in der Bauphase befindet, intensivere Messfahrten unternommen.

Untersuchung des Untergrundes per Vibration
Mit Hilfe der Messungen wird erkundet, wie der Münchner Untergrund geologisch aufgebaut ist. Die sogenannte Vibro-Seismik funktioniert ähnlich einem Echolot: Entlang einer Linie werden an vielen Stellen auf Straßen und Plätzen in München Schwingungen in die Tiefe ausgesendet. Über zahlreiche, entlang der Messlinien im Boden steckende Geophone wird das Echo aufgezeichnet. Die Geophone funktionieren dabei wie hochempfindliche Mikrofone, die das reflektierte Schallsignal aus dem Untergrund aufnehmen und messen. Das umfangreiche Messmaterial wird detailliert ausgewertet. Die „Vibro-Fahrzeuge“ bewegen sich äußerst langsam als Kolonne auf ihrer Route, ähnlich einer „kleinen Wanderbaustelle“. Etwa alle 40 Meter setzen sie ihre Schwingungsplatten auf den Untergrund auf und vibrieren dreimal gleichzeitig für rund 12 Sekunden.  

Die Fahrzeuge sind laut und brauchen viel Platz. Deshalb wird der Konvoi vorne und hinten von Begleitfahrzeugen gesichert. Die SWM sind jedoch bemüht, Beeinträchtigungen für Anlieger und Verkehrsteilnehmer möglichst zu minimieren. Im normalen Messbetrieb ist der Konvoi in rund 20 Minuten an den jeweiligen Anwohnern vorbeigewandert. Die Anlieger rund um die Messrouten werden von den SWM vorab per Info-Flyer informiert, zudem werden die geplanten Messrouten auch über die Tages- und Stadtteilmedien veröffentlicht. Während der Messkampagne wird der genaue Streckenverlauf im Internet unter www.swm.de/seismik veröffentlicht. Dort gibt es auch weitere Informationen zur Seismik-Messkampagne sowie zum Engagement der SWM im Bereich erneuerbarer Energien.

Quelle: Pressemitteilung der SWM