Neue Projektliste: Tiefe Geothermie schreitet voran

02.07.13 | Tiefe Geothermie

 

Pressemitteilung des GtV-Bundesverbandes Geothermie e.V.

[Berlin, 02.07.2013] Die Nutzung der Tiefen Geothermie in Deutschland schreitet weiter voran. Dies zeigt die kürzlich aktualisierte Übersicht „Tiefe Geothermieprojekte in Deutschland“ des GtV-Bundesverbandes Geothermie. Drei Geothermieanlagen liefern seit 2012 zusätzlichen Strom und Wärme. Ein Heizwerk wurde erweitert. Damit sind nun bereits 22 Anlagen in Betrieb, 16 in Bau und 43 weitere in Planung.

Im vergangenen Jahr nahmen die Anlagen in Arnsberg (Nordrhein-Westfalen), Insheim (Rheinland-Pfalz) und Waldkraiburg (Bayern) den Betrieb auf. Die Heizwerke in Arnsberg (Tiefensonde) und Waldkraiburg (Hydrogeothermie) produzieren Wärme. In Insheim wird 165 Grad heißes Thermalwasser zur Stromerzeugung genutzt. Durch die neuen Geothermieanlagen steigt die installierte Wärmeleistung um 13,85 MWtherm, die elektrische Leistung um 4,8 MWel. Zudem wurde die Wärmelieferung durch das Heizwerk Pullach ausgebaut. Insgesamt stellen Anlagen derzeit 222,86 MWth und 12,51 MWel zur Verfügung.

„Wir freuen uns über diese positiven Befunde“, stellt Dr. André Deinhardt, Geschäftsführer des Bundesverbandes Geothermie, fest. „Beispiele wie Unterföhring zeigen außerdem, dass positive Erfahrungen mit Geothermie die Bürger begeistern“, so Deinhardt weiter. Die Geovol plant aufgrund der ungebrochenen Nachfrage derzeit die Verdopplung der Wärmelieferung. Damit sollen in Zukunft noch mehr Bürger in den Genuss der kostengünstigen und umweltfreundlichen Erdwärme kommen.

Der Begriff Tiefe Geothermie umschreibt die Nutzung umweltfreundlicher Erdwärme in Tiefen von mehr als 400 Metern. Dabei wird in der Regel direkt das Grundwasser als Wärmequelle genutzt (hydrothermale Geothermie). Zwei Heizwerke nutzen mit Hilfe von Tiefensonden die Temperaturen des Erdreichs. Zwei weitere sind in Bau, eines befindet sich in der Planung. Zudem setzen sieben in Bau oder Planung befindliche Anlagen auf hydraulische Stimulation (= EGS). Dabei wird dem Erdreich Wasser zugeführt und nach der Erwärmung wieder zu Tage gefördert.

Auch international geht es zügig voran. REN21 schätzt im aktuellen Global Status Report das weltweite Wachstum im Bereich Wärmenutzung auf 10 % jährlich. Die installierte Leistung liegt weltweit bei 66 GWth (Wärme) bzw. 11,7 GWel (Strom).

Die vollständige Projektliste „Tiefe Geothermieprojekte in Deutschland“ finden Sie unter: www.geothermie.de/wissenswelt/geothermie/in-deutschland.html

Der Global Status Report ist auf der Homepage von REN21 frei zugänglich: www.ren21.net/REN21Activities/GlobalStatusReport.aspx


Über den GtV-Bundesverband Geothermie:
Der 1991 gegründete GtV-Bundesverband Geothermie e.V. (GtV-BV) ist ein Zusammenschluss von Unternehmen und Einzelpersonen, die auf dem Gebiet der Erdwärmenutzung in allen Bereichen der Forschung und Anwendung tätig sind. Er vereint derzeit ca. 700 Mitglieder aus Industrie, Wissenschaft, Planung und der Energieversorgungsbranche. Hauptaufgaben des Verbandes sind die Information der Öffentlichkeit über die Nutzungsmöglichkeiten geothermischer Energie zur Wärme- und Stromerzeugung sowie der Dialog mit politischen Entscheidungsträgern. Der GtV-BV organisiert den jährlichen Geothermiekongress ebenso wie Workshops zu aktuellen Themen und gibt neben Informationsmaterial die Fachzeitschrift „Geothermische Energie“ heraus. Der Geothermiekongress DGK 2013 findet vom 12. bis 14. November in Essen statt, begleitet von der internationalen Fachmesse Geo-T Expo.


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