Island: Das heißeste Bohrloch der Welt

08.02.17 | Forschung & Entwicklung

 

Die Halbinsel Reykjanes mit aktiven Thermalgebieten Foto: flickr.com

Auf der isländischen Reykjanes-Halbinsel gelang dem Iceland Deep Drilling Project (IDDP) der weltweit tiefste Vorstoß in das Gestein eines aktiven Vulkangebiets. Wissenschaftler erhoffen sich aufgrund der besonders tiefen Bohrungen einen vielfach höheren Energieertrag. Das IDDP meldete vergangene Woche, dass bereits eine Tiefe von 4.559 Metern erreicht wurde. Damit ist das Bohrloch nun fast doppelt so tief wie jedes andere auf Island und soll noch bis in eine Tiefe von ca. 5 Kilometer reichen. Am tiefsten Punkt des Bohrloches herrschen ein Druck von 340 Bar und eine Temperatur von 427 Grad Celsius.

An dem Projekt beteiligen sich neben isländischen Energieversorgern auch Ölfirmen sowie Forscher aus rund 10 Ländern. Aus dem Bohrloch wollen sie den geförderten Dampf für Heizwärme und Strom gewinnen. Aufgrund der Tiefe, wird der Wasserdampf im Gestein oberhalb von 374 Grad Celsius und einem Druck von 221 Bar überkritisch. Es handelt sich dabei um einen Aggregatzustand, der mehr Wärmeenergie enthält als eine Flüssigkeit oder normaler Dampf. Wenn das IDDP diesen Dampf nutzbar machen könnte, hätte das Bohrloch eine elektrische Leistung von ca. 50 Megawatt. Somit könnte man mit der vulkanischen Energiegewinnung rund 50.000 Haushalte versorgen.

 

Quelle: Potsdamer Neueste Nachrichten