Sachsen: ErdwärmeLIGA-Preis offiziell an Staatsminister Schmidt übergeben

19.05.17 | Oberflächennahe Geothermie

 

v.l.: Rüdiger Grimm (geoEnergie Konzept), Thomas Schmidt (sächsischer Umweltminister) und Erwin Knapek (Bundesverband Geothermie); Quelle: geoEnergie Konzept

Mit hohem Besuch konnte heute der geoENERGIE-Tag in Sachsen aufwarten. Der sächsische Umweltminister Thomas Schmidt nahm in Freiberg den ErdwärmeLIGA-Preis aus dem vergangenen Jahr entgegen. Ausgezeichnet wurde Sachsen bereits Ende November auf dem Geothermiekongress 2016 in Essen. Die persönliche Übergabe des Preises war jedoch an einer verschneiten – und nicht geothermisch beheizten – Startbahn am Flughafen Dresden gescheitert. Als Region mit dem stärksten Erdwärmeausbau Sachsens wurde der Landkreis Nordsachsen ausgezeichnet. 

Mit 82 Punkten gewinnt Sachsen zum ersten Mal die erdwärmeLIGA. Der Wettbewerb bewertet den Ausbau der Oberflächennahen Geothermie in den Bundesländern anhand der Förderzahlen des Marktanreizprogramms. Insgesamt kommt Sachsen im Jahr 2015 auf eine installierte Leistung von 3.376 Kilowatt.

In seiner Rede machte Schmidt deutlich, dass einige für den Erfolg der Geothermie in Sachsen verantwortlich sind. Dabei erinnert er sich auch an die erste Begegnung mit Rüdiger Grimm, dem Veranstalter des geoENERGIE-Tags und Planer von Erdwärmeanlagen: „In einer Zeit, in der das Hauptaugenmerk auf Wind und Solarenergie lag, stand ein junger Mann bei einer Veranstaltung auf und machte sich für die Nutzung der Erdwärme stark.“  

Unglücklich ist Schmidt dagegen mit dem Beschluss des Standortauswahlgesetzes, welches die Suche nach einem Atomendlager regeln soll. Das Gesetz definiert weitreichende Gebiete als mögliche Standorte für ein Atomendlager. Bohrarbeiten u.a. für Geothermieanlagen mit einer Tiefe von mehr als 100 Metern werden bis zur finalen Festlegung eines Standortes erschwert oder sogar ausgeschlossen. Schmidt zeigte Verständnis für die Sorgen der Geothermiebranche und sprach sich dafür aus, die bestehenden Unklarheiten bei der Genehmigungspraxis schnell zu klären.

Unterstützung versprach er auch bei der Umsetzung einer ersten tiefengeothermischen Anlage in Sachsen. „Die ganze Regierung unterstützt so ein Vorhaben, auch der Finanzminister und das ist bei einem solchen Projekt nicht unwichtig“, sagte Minister Schmidt. Unter anderem in Dresden und Schneeberg wäre ein petrothermales Projekt möglich.