Pullach: Höhere Fördertemperatur durch umfunktionierte Bohrung

31.05.17 | Tiefe Geothermie

 

„Die Bohrung Thermal 2 ist unsere Mitarbeiterin des Jahres“. IEP Geschäftsführer Helmut Mangold bei der Begrüßungsansprache - Foto: IEP

Ein europaweit einzigartiges Experiment, die Umstellung einer Schluckbohrung zu einer Förderbohrung, ist für den Pullacher Geothermieversorger IEP erfolgreich verlaufen. Das Thermalwasser dieser Bohrung ist bereits wieder 100 Grad heiß.

Zur „100-Grad-Feier“ hatte die Innovative Energie für Pullach (IEP) eine Reihe von Gästen aus Geothermie-Branche und Kommunalpolitik in ihre neuen Büroräume in der Pullacher Franziskus-Festing-Straße geladen. Die Eröffnung des neuen Firmensitzes fiel mit einem für die IEP erfreulichen Ereignis zusammen: Die Bohrung Thermal 2, die im Zusammenhang mit der Erweiterung um eine dritte Bohrung zur Förderbohrung umfunktioniert worden war, hat in diesen Tagen wieder die 100-Grad-Marke erreicht.

Sieben Jahre lang, von 2005 bis 2012, hatte die Bohrung Thermal 2 dazu gedient, das durch die Energieentnahme abgekühlte Thermalwasser des Pullacher Geothermieprojekts wieder in den tiefen Untergrund zurückzuführen. Mit der 2011 erfolgreich erstellten dritten Bohrung im Forstenrieder Park, die nun als sogenannte Reinjektionsbohrung dient und die Kapazität der Geothermieanlage in etwa verdoppelte, konnte die vorherige Reinjektionsbohrung zur Förderbohrung umfunktioniert werden.

Die für die Fachwelt spannende Frage, inwieweit und wie schnell sich das zwischenzeitlich auf 65 Grad abgekühlte Thermalwasser dieser Bohrung wieder erwärmen und zur Energieversorgung beitragen würde, konnte nun mit dem Meilenstein „100 Grad“ erfolgreich beantwortet werden. IEP-Geschäftsführer Helmut Mangold kürte die zusätzliche Förderbohrung deshalb zur „Mitarbeiterin des Jahres“. Nach der Fertigstellung im Jahr 2005 waren 107 Grad gemessen worden. Diesem Ziel strebt die IEP in den kommenden Jahren entgegen.

Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund, die auch ihre Amtskollegin Barbara Angermaier aus Baierbrunn begrüßen konnte, zeigte sich erfreut über die positive Entwicklung, die die IEP und die Pullacher Geothermie in den nunmehr über elf Jahren seit Betriebsbeginn genommen hat. „Die IEP ist ja eine selbständige Tochter der Gemeinde Pullach, und diese Selbständigkeit zeigt sich nun auch räumlich“, sagte Tausendfreund und überreichte Helmut Mangold als Erstausstattung für die neuen Büroräume traditionsgemäß Brot, Salz und das notwendige Brotzeit-Zubehör.

Helmut Mangold und Alexander Seitz-Gutmann, technischer Leiter der IEP, konnten in ihren kurzen Ansprachen eine ganze Reihe von Gemeinderäten, IEP-Aufsichtsräten, Vertreter des größten Kunden Linde-Group, der LfA-Förderbank, der Kreissparkasse und weitere Repräsentanten aus der Energiebranche und der Politik begrüßen. Mangold wertete den zahlreichen Besuch als erfreuliches Zeichen dafür, wie gut die Pullacher Geothermie in der Gemeinde und im Umfeld verankert sei.

Dass die Pullacher Geothermie sich nach wie vor großen Zuspruchs bei den Bürgerinnen und Bürgern und den lokalen Unternehmen erfreut, zeigte nicht nur die stattliche Besucher-Riege, sondern auch ein Bürger, der zur Feier einen unterschriebenen Wärmeliefervertrag mitbrachte und damit seine bereits früher gezeichnete Option in einen Vollanschluss umwandelte.  

Quelle: Pressemitteilung der IEP / Norbert Baumgärtner