Schweizer Potenzialstudie: Deutliche Energieeinsparungen durch geothermische Weichenheizungen möglich

06.06.17 | Geothermie weltweit

 

Bewilligungsfähigkeit für Erdwärmesondenbohrungen am Standort einer Weichenheizung. Grün= zulässig, Gelb= mit Auflagen oder nach weiteren Abklärungen, Rot= verboten. - Quelle: Potenzial geothermischer Weichenheizungen in der Schweiz. Studie im Auftrag des Bundesamt für Verkehr.

Die Schweizer Bahnen betreiben insgesamt über 10.000 Weichenheizungen damit ihre Gleise auch im Winter eisfrei bleiben und somit ganzjährig nutzbar sind. Derzeit wird hierbei ausschließlich auf Strom und Gas zurückgegriffen (69 % mit Strom, 31 % mit Gas). Langfristig erklärtes Ziel ist es, auf Erneuerbare Energien umzusteigen. Für Weichenheizungen bietet sich hier die Geothermie an. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) fördert hierfür bereits ein Projekt mit einer Demonstrationsanlage (News: Schweizerische Bundesbahnen planen geothermische Weichenheizungen). Die Technologie hat sich bereits in einigen Ländern, u. a. auch in Deutschland, bewährt.

Laut einer Studie, die vom Bundesamt für Verkehr (BAV) in Auftrag gegeben wurde, könnten in der Schweiz derzeit bis zu 55 % der Weichenheizungen mit Geothermie versorgt werden. Dies wäre mit hohen Energieeinsparungen verbunden. Die Forscher stellten fest, dass jährlich bereits rund 12,6 Gigawattstunden eingespart werden könnten, wenn man lediglich ein Viertel aller Weichenheizungen auf Geothermie umstellt. Dies entspricht einer relativen Energieeinsparung von 21 %. Durch den geringeren Energieverbrauch könne man mit Kosteneinsparungen von jährlich rund 1,1 Millionen Schweizer Franken (~ 1 Mio. Euro) rechnen. Zusätzlich wäre durch die Umstellung von Gas- auf Geothermieheizungen eine CO2-Reduktion von ca. 2000 Tonnen/Jahr realistisch.

Derzeit verbrauchen die Weichenheizungen jährlich noch 60 bis 70 GWh Energie. Dr. Andrea Grüniger, Autorin der Studie und Expertin für Energie- und Verfahrenstechnik, stellt fest: "Das entspricht dem jährlichen Wärmebedarf von etwa 14.000 Minergie-Einfamilienhäusern."


Quellen:
Hochschule Luzern
ee-news.ch

Studie:
Potenzial geothermischer Weichenheizungen in der Schweiz