Geretsried: Bohrarbeiten haben begonnen

15.06.17 | Tiefe Geothermie

 

Quelle: LIAG / Im Vordergrund sieht man die herausgenommenen Rohre, hinten befindet sich das Fräswerkzeug sowie ein Teil der Metallspäne

Seit Dienstag wird in Geretsried wieder gebohrt. Zuvor musste noch ein Teil der Verrohrung aus der alten Bohrung entfernt werden. Durch Fräsen wurde das Rohr in einer Tiefe von rund 4065 Metern auf einer Strecke von 222 Metern aus dem Bohrloch gelöst. Die Anwendung dieses Verfahrens ist in der Geothermie ungewöhnlich, ermöglicht jedoch in Geretsried die Vermeidung von potentiellen Gashochdruckzonen. Die anfallenden Metallspäne und größeren Rohrstücke wurden mithilfe von Spülungen und Magneten aus der Bohrung entfernt und fachgerecht entsorgt.

Nun beginnt der entscheidende Teil des Projekts. Aus der Bohrung GEN-1, die 2013 nicht ausreichend fündig war, soll nun bei einer Bohrpfadlänge von 4.253 Metern (vertikale Teufe: 4.142 Meter) in eine neue Richtung gebohrt werden. In ca. 3 Wochen soll dann das Kernen beginnen, wobei über eine Länge von 300 Metern Gestein zu Forschungszwecken aus der Bohrung entnommen, getestet und archiviert wird. Nach 5.700 Bohrmetern (Teufe: ca. 4.820 Meter) soll die Zieltiefe bis Ende Juli erreicht werden. Die Pumptests sind für Anfang August vorgesehen.

„Bisher läuft alles nach Plan“, sagt Prof. Dr. Inga Moeck vom Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik, die die Forschungsarbeiten leitet. „Die Drucktests heute haben unsere Berechnungen zu den Gebirgsdrücken bestätigt. Damit können wir sicher und planbar zementieren.“


Das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik informiert online über den Fortgang des Projekts Dolomitkluft.