BMWi-Bericht: 22 neue Tiefengeothermie Förderprojekte im Jahr 2016

20.06.17 | Forschung & Entwicklung

 

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat in seiner jährlich erscheinenden Veröffentlichung "Innovation durch Forschung" den aktuellen Stand der Forschung und Förderung der Erneuerbaren Energien vorgestellt. Hierbei widmete sich das BMWI auch dem Bereich der Geothermie.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 22 neue Geothermieprojekte bewilligt, die mit einem Fördervolumen von rund 19,6 Millionen Euro subventioniert wurden. Im Jahr 2015 lag das Fördervolumen bei 21 neuen Projekten noch bei 17,3 Millionen Euro. Zusätzlich zu den neu genehmigten Projekten flossen weitere 12,5 Millionen Euro in bereits laufende Forschungsvorhaben. 

Dabei wurden die Fördergelder unter anderem in folgende Forschungsprojekte investiert:

  • Dolomitkluft:
    In Geretsried, welches sich 50 Kilometer südlich von München befindet, wurde vor 4 Jahren 5 Kilometer in die Tiefe gebohrt. Die Temperatur im Untergrund reichte bis zu 160 Grad Celsius. Das Problem waren jedoch die zu geringen Fließraten. Nachdem das Bohrloch vorläufig geschlossen wurde, startete man ein Forschungsprojekt, das ein alternatives Erschließungskonzept zum Ziel hat. Dazu soll ein Sidetrack gebohrt werden, der das bereits vorhandene Bohrloch als Ausgangspunkt nimmt. Insgesamt sollen weitere 2.500 Meter in einen stärker zerklüfteten Bereich einer Störungszone gebohrt werden. Die Wissenschaftler planen außerdem eine Reihe von Bohrkernen aus knapp 5000 Metern Tiefe zu entnehmen um neue Erkenntnisse über die Beschaffenheiten zu gewinnen - dies wäre in diesen Tiefen erstmalig im Malm.  Das BMWi fördert das Projekt mit rund 5 Millionen Euro.

  • BioKS
    BioKS steht für "Einfluss der Biofilmbildung auf Korrosion und Scaling in geothermischen Anlagen". Unter der Koordination des Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ) soll untersucht werden, welchen Einfluss die Temperatur auf das Wachstum von Biofilmen hat und was deren Auswirkungen auf Scaling und Korrosion in geothermischen Anlagen sind. Ziel des Projektes sind Handlungsempfehlungen für einen sicheren und effizienten Anlagebetrieb insbesondere in Bezug auf den Schutz der Injektionsbohrung. Das BMWi fördert das Verbundsvorhaben mit rund 1,3 Millionen Euro.

  • EBIMA
    Das Forschungsvorhaben EBIMA wird von den Stadtwerken München (SWM) in Kooperation mit Max Streicher Bohrtechnik durchgeführt. Ziel des Projektes ist die Entwicklung einer mobilen Pumpenwechselanlage in Form eines LKWs. Bisher werden Unterwasserpumpen, die ausgetauscht oder repariert werden müssen, mit Autokränen aus dem Untergrund geholt. Dies ist allerdings zeitintensiv und gleichzeitig mit einem erhöhten Risiko für Material und Personal verbunden. Das Projekt wird mit insgesamt 1,5 Millionen Euro gefördert.

Gefördert werden Projekte in den Bereichen von der Anlagenplanung über die Exploration der Förderstätten bis hin zu den Bohrungsarbeiten, dem Bau und dem anschließendem Betrieb von Geothermieanlagen. Das BMWi möchte mit der Forschungsförderung Planungssicherheit für forschende Unternehmen und Institute schaffen und die Weiterentwicklung zukunftsfähiger Technologien ermöglichen.



Quelle: BMWi - Innovation durch Forschung