BMWi legt neues Förderprogramm für Niedertemperaturwärmenetze auf

05.07.17 | Wirtschaft & Markt

 

Fernwärmetunnel in Kopenhagen - Foto: Bill Ebbesen / Wikipedia.com

Mit der Förderung von „Modellvorhaben Wärmenetzsysteme 4.0“ gibt es seit dem 1. Juli 2017 erstmals eine systemische Förderung im Bereich der Wärmeinfrastruktur, mit der nicht nur Einzeltechnologien und -komponenten, sondern Gesamtsysteme gefördert werden. Dies dient dazu einen Anreiz für größere Modellvorhaben zu einer breiteren Markteinführung von Wärmenetzen der 4. Generation zu schaffen. Sie zeichnen sich durch hohe Anteile Erneuerbarer Energien, die effiziente Nutzung von Abwärme und ein deutlich niedrigeres Temperaturniveau im Vergleich zu klassischen Wärmenetzen aus. Dies bietet mehrere Vorteile. Zum einen werden die Wärmeverluste minimiert und die Effizienz gesteigert. Zum anderen tragen Wärmenetze der 4. Generation zum Umstieg auf Erneuerbare Energien in der Nah- und Fernwärmeversorgung und der Erreichung der Klimaschutzziele der Bundesregierung bei. Solche Systeme können durch die Kombination von Wärmepumpen und saisonalen Großwärmespeichern zusätzliche Flexibilität für den Strommarkt bereitstellen und bieten die Chance, nur schwer dämmbare Gebäudebestände mit hohen Anteilen CO2-armer Wärme zu versorgen.

Staatssekretär Baake: „Mit der Einführung einer Förderung für Wärmenetze der vierten Generation setzen wir heute auf Systeme, die unserem Zielbild der Wärmeinfrastruktur der Zukunft im Rahmen der Energiewende entsprechen. Gerade im Hinblick auf sehr lange Investitionszyklen in diesem Bereich ist dies für die Erreichung unserer energiepolitischen Ziele bis 2050 von wesentlicher Bedeutung.“

Die Maßnahme dient der Umsetzung der Energieeffizienzstrategie Gebäude (ESG), konkret der ESG-Maßnahme „Schaufenster Erneuerbare Energien in Niedertemperatur-Wärmenetzen“. Gefördert werden zunächst Machbarkeitsstudien mit bis zu 60 Prozent, sowie in einem zweiten Schritt die Realisierung eines Wärmenetzsystems 4.0 mit bis zu 50 Prozent der förderfähigen Vorhabenkosten. Die Förderung kann beantragt werden beim BAFA; weitere Informationen dazu erhalten Sie in Kürze unter www.bafa.de.

Weitergehende Informationen zur aktuellen Energiepolitik finden Sie im alle zwei Wochen erscheinenden Newsletter "Energiewende direkt".

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie