GFZ erforscht geologischen Strukturen der Schorfheide

12.07.17 | Forschung & Entwicklung

 

Die Ergebnisse der Messkampagne werden beim DGK 2017 in München vom 12.-14. September vorgestellt.

Abbild des Schorfheider Untergrundes / Foto: B. Norden GFZ

Für eine 8 x 8 km große Fläche in der Schorfheide entsteht zurzeit ein detailliertes geologisches Abbild. Im Umfeld der Geothermieforschungsplattform Groß Schönebeck führte das deutsche Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) im Februar und März diesen Jahres eine 3D-reflexionsseismische Messkampagne durch.

Das Funktionsprinzip besteht im Kern aus der Erzeugung seismischer Wellen durch Vibroseis-Fahrzeuge, die an Grenzen zwischen Erdschichten im Untergrund reflektiert und anschließend an Empfängern wieder registriert werden. Mit diesen Daten lassen sich geologischen Formationen bis in eine Tiefe von mehr als 5 Kilometern abbilden. Die Datenqualität wurde nach einem ersten seismischen Prozessing als hervorragend beurteilt. Ein durchgehend gutes Reflektor-Imaging ermöglicht eine Auswertung bis in Tiefen von 4.000–4.300 Metern. In weiteren Arbeitsschritten wird das seismische Prozessing zunächst verbessert und dann eine strukturgeologische Interpretation der 3D-Seismik erstellt. Dies geschieht unter Einbezug der in zwei Forschungsbohrungen zeitgleich stattgefundenen Vertical Seismic Profiling-Messungen, die ebenfalls an diesem Standort durchgeführt wurden. Diese wiederum wurden mittels neuartigem Verfahren der ortsverteilten akustischen Messungen realisiert. Dabei kommt ein hybrides Bohrlochmesssystem zum Einsatz, bei dem faseroptische Sensorik und elektrische Bohrlochsonden parallel betrieben werden.

Im Rahmen der seismischen Interpretation werden die Signale geologischen Strukturen zugeordnet. Diese werden räumlich erfasst und auf Störungssysteme untersucht. Dadurch sollen Rückschlüsse auf eine mögliche geothermische Nutzung des Norddeutschen Beckens gezogen werden können. Die integrierten Ergebnisse werden auf dem DGK 2017 in München vorgestellt.

Weitere Informationen zum Geothermiekongress DGK finden Sie unter: www.der-geothermiekongress.de


Quelle: GFZ Potsdam