Bad Urach will Wärmepotenzial des inaktiven Schwäbischen Vulkans nutzen

19.07.17 | Nachrichten & Kurzmeldungen

 

Blick auf Bad Urach von der Burg Hohenurach / Foto: Wikipedia

Durch Geothermie könnte die Hälfte des jährlichen CO2-Ausstoßes im schwäbischen Bad Urach eingespart werden. Das Ergab eine Studie zum Nutzungspotenzial der Restwärme des gebrauchten Thermalwassers der Albthermen. Als potenzielle Abnehmer freuen sich besonders das Bad Uracher Schulzentrum und die nahegelegene Wohnbebauung in der Immanuel-Kant-Straße darüber.

 

Bad Urach liegt direkt auf dem Schwäbischen Vulkan. Dieser ist heutzutage inaktiv, jedoch weisen die vergleichsweise hohen Temperaturen im Erdinneren noch immer auf dessen ursprüngliche Kraft hin. Der Temperaturanstieg am Fuße der Schwäbischen Alb beträgt fast elf Grad auf 100 Metern Tiefe. In anderen nicht-vulkanisch geprägten Gebieten Deutschlands beträgt der Temperaturgradient nur drei Grad auf 100 Metern.

 

Schon in den 70er Jahren wollte man sich dieses Potenzial zu Nutze machen und errichtete zwei Bohrlöcher. Diese mussten allerdings aus technischen und wirtschaftlichen Gründen im Jahr 2010 vorläufig wieder aufgegeben werden. Jetzt möchte man einen neuen Anlauf nehmen und das Thermalwasser der Bad Uracher Albthermen nutzen. Bislang wird es nach der Nutzung von 32 °C auf 18 °C runtergekühlt, damit es anschließend in die Erms geleitet werden kann. Bei aktiver Nutzung dieser überschüssigen Energie im Nahwärmenetz könnten daraus aber auch 700 kW an Wärme produziert werden. Sogar potenzielle Abnehmer stehen schon bereit, wie das Bad Uracher Schulzentrum oder die nahegelegene Wohnbebauung in der Immanuel-Kant-Straße. Da diese nur einen Energiebedarf von ca. 300 kW haben, wird die Idee zur Nutzung der Überschüsse noch weiter ausgebaut. Auch das angedachte Neubaugebiet könnte noch mit dieser Wärme beheizt werden. Bei Investitionskosten von 1,68 Mio. € versucht man jetzt das Umweltministerium als Förderer zu gewinnen. Die Chancen schätzt der Geschäftsführer der Klimaschutzagentur im Landkreis Reutlingen, Tobias Kemmler, jedoch vorsichtig optimistisch ein. Er untersuchte die Potenziale zusammen mit dem Ingenieurbüro Fritz Planung.

 

Quelle: Südwest Presse