Vielversprechende Bohrkerne in Geretsried

06.09.17 | Tiefe Geothermie

 

Bohrturm in Geretsried//Foto: Inga Moeck vom Leibnitz-Institut für Angewandte Geophysik

In Geretsried finden derzeit Bohrarbeiten zur geowissenschaftlichen Untergrunderforschung und zur Fündigkeitsbewertung zur geothermischen Nutzung statt. Die bisherigen Ergebnisse sind vielversprechend: Enex Power Germany rechnet damit, auf 150 °C heißes Wasser zu stoßen.

Das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG), die Technischen Universität München und das Planungsunternehmen Geothermie Neubrandenburg untersuchen die gewonnen Bohrkerne im Rahmen des Forschungsprojektes „Dolomitkluft“. Die daraus extrahierten Proben liefern ganz neue Erkenntnisse zur Geothermie und Geologie Bayerns. Noch nie zuvor wurden dort Proben aus vergleichbaren Tiefen und Zeiten vor 150 Millionen Jahren gefördert.

Die derzeitige Bohrung ermöglicht die erste, nicht erfolgreiche Bohrung zum Teil weiterhin zu nutzen. Im 6000 m langen Bohrloch biegt nun bei 4000 m ein neuer Pfad ab. Momentan liegt die Bohrungtiefe bei 51600 m. Das Ziel sind 5700 m.

Die Experten sind positiv gestimmt. Erste Ergebnisse weisen auf die Existenz wassergefüllter Klüfte hin, deren Flüssigkeit zur Wärmegewinnung angezapft werden könnte. In 2–3 Wochen werden voraussichtlich die ersten Säuerungs- & Pumpversuche beginnen. Das Projekt hat eine Laufzeit von 30 Monaten und wird durch das 6. Energieforschungsrahmenprogramm des BMWi gefördert.

Quelle: Münchner Merkur und LIAG Hannover