Chile: Erstes Geothermiekraftwerk Südamerikas mit einer Leistung von 48 MW

08.09.17 | Geothermie weltweit

 

Das geothermische Potenzial Chiles ist aufgrund seiner Lage im Pazifischen Feuerring sehr hoch. Foto: Pixabay

Das chilenische Staatsunternehmen Enap und der italienische Energiekonzern Enel haben in Chile das erste Geothermiekraftwerk Südamerikas in Betrieb genommen. Es befindet sich in der Atacama-Wüste auf einer Höhe von 4.500 Metern, in der nördlichen Region Antofagasta. Die Geothermieanlage mit dem Namen „Cerro Pabellón“ verfügt über eine elektrische Leistung von 48 Megawatt. Das Energieministerium schätzt das chilenische Geothermiepotenzial für Kraftwerke auf rund 2.100 MW ein, was circa 20 Prozent des derzeitigen maximalen Leistungsbedarfs entspricht. Das thermische Potenzial ist bisher noch nicht erfasst, wird aber zukünftig sicherlich noch eine große Rolle spielen.

Aufgrund der vulkanischen Prägung Chiles, beträgt das geothermische Potenzial voraussichtlich ein Vielfaches des Potenzials in Deutschland. Damit stellt die Nutzung von Erdwärme zur Strom- und Wärmeversorgung in Chile eine vielversprechende Alternative zu fossilen Energieträgern dar.

Erdwärme ist überall und jederzeit verfügbar und daher geradezu unerschöpflich. Sie kann zur Beheizung von Gebäuden oder Bädern ebenso genutzt werden, wie zur Stromerzeugung. Damit spielt sie eine entscheidende Rolle im regenerativen Energiemix der Zukunft. Dennoch steht die praktische Nutzung von Geothermie, sowohl in Chile als auch in Deutschland noch am Anfang, trotz des riesigen Potenzials Chiles. 

Quelle: Condor.cl