Landesumweltamt schaltet neue Geothermiekarten für Sachsen frei

13.11.17 | Oberflächennahe Geothermie

 

Das Bild zeigt einen Ausschnitt der Karte für die geothermischen Potentiale in Sachsen. - Foto: LfULG

Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) hat Ende Oktober in Leipzig weitere Kartenblätter für den Geothermieatlas freigeschaltet. Damit können ab sofort Bauherren auch im Ballungsraum Leipzig sowie in den Landkreisen Nordsachsen und Leipzig dieses kostenlose Planungsinstrument im Internet nutzen. Die interaktiven Karten bieten Bürgern, Planern sowie Bohr- und Heizungsbaufirmen Unterstützung bei der Ermittlung der für eine Erdwärmeheizung erforderlichen Bohrtiefe.

Geothermie lässt sich für die Gewinnung von Wärme sowie zur Kühlung nutzen und dient vor allem zur Klimatisierung von Wohn- und Industriegebäuden. „Derzeit werden in Sachsen rund 13.600 Häuser mit Erdwärme beheizt“, so LfULG-Präsident Norbert Eichkorn. „Ich sehe hier ein großes Potenzial. Erdwärme ist als erneuerbare Energie in großem Umfang rund um die Uhr vorhanden, und zwar unabhängig von Jahreszeit, Sonneneinstrahlung oder Windverhältnissen. Das macht ihre Nutzung so vorteilhaft.“

Die neuen Geothermiekarten wurden am Standort geothermisch klimatisierter Wohnquartiere in Leipzig vorgestellt. Die Stadtbau Wohnprojekte GmbH, als Tochter der Stadtbau AG, integriert Erdwärme in ihre Wohnungsneubaukonzepte. So verfügen zum Beispiel die Wohnprojekte "Lassale Parkvillen" oder "Buen Retiro" über große Erdwärmeanlagen mit je 50 Bohrungen und einer Heizleistung von rund 150 Kilowatt.

„Mit den Geothermiekarten erbringt der Freistaat Sachsen Vorleistungen für die Planung von Erdwärmeanlagen im Einfamilienhausbereich. Die Karten erlauben für den jeweiligen Standort eine einfache und schnelle Abschätzung, mit welchem Aufwand zum Beispiel ein Einfamilienhaus beheizt werden kann. Das heißt: Wie viele Meter mit wie vielen Erdsonden muss man in den Boden bohren, um seinen Wärmebedarf decken zu können. Die Entscheidung, ob sich Erdwärme lohnt, wird damit erleichtert“, so der Präsident des Landesumweltamtes Sachsen.

Das Geothermische Kartenwerk im Maßstab 1:50.000 (GTK 50) wird vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie erstellt und mit Landesmitteln finanziert.

Die Karten zeigen, dass man oberflächennahe Erdwärme weit verbreitet in Sachsen nutzen kann. Gemeinsam mit der Informationsbroschüre für Erdwärmesonden dient der Geothermieatlas auch der Qualitätssicherung dieser Technologie. Eine sorgfältige Planung und konkrete Wirtschaftlichkeitsberechnung von Einzelvorhaben wird damit unterstützt.


Quelle: Pressemitteilung Medienservice Sachsen