Vorbereitungen für seismische Messkampagne gestartet

24.11.17 | Forschung & Entwicklung

 

Das rund 100 Quadratkilometer große Messgebiet ist in der Grafik blau umrahmt dargestellt. - Foto: IEP

Die Innovative Energie für Pullach (IEP) wird, wie berichtet, zusammen mit der Erdwärme Grünwald (EWG) und den Stadtwerken München (SWM) im Winter eine seismische Messkampagne durchführen. Ziel ist die Erkundung von Geothermievorkommen in einem etwa 100 Quadratkilometer großen Gebiet südlich der Gemeinden Pullach und Grünwald. Nunmehr haben die Vorarbeiten dafür begonnen.

Erster Schritt der Messkampagne ist das sogenannte Permitting. Dabei werden die Grundstückseigentümer, über deren Gebiet sich später die Messfahrzeuge bewegen, von Mitarbeitern des beauftragten Unternehmens Informations- und Planungsservice (IPS) aus Celle über die geplanten Erkundungsarbeiten informiert und um Genehmigung für das Befahren der Grundstücke gebeten. Nur ein kleinerer Teil der späteren Messstrecken führt durch bewohntes Gebiet.

Nach Abschluss der Gespräche mit den Grundstückseigentümern folgen Vermessungsarbeiten und die Festlegung der späteren Messlinien, an denen entlang sich die speziellen Messfahrzeuge bewegen werden. Diese senden während ihrer Fahrten Schallwellen in das Erdinnere, die von den verschiedenen Gesteinsschichten unterschiedlich reflektiert werden. Empfangen und für die Auswertung gespeichert werden diese Reflexionen durch kleine Erdmikrophone, sogenannte Geophone.

Das mit den Messarbeiten beauftragte Unternehmen Compagnie Générale de Géophysique (CGG) verwendet für die Erkundungs-Kampagne modernste Techniken und Verfahren, die es ermöglichen, die Untersuchungen so kurz und umweltschonend wie möglich durchzuführen. Unter anderem kommen GPS-überwachte Geophone mit eigenem Datenspeicher zum Einsatz, wodurch auf deren Verbindung durch kilometerlange Kabel - wie aus anderen Messkampagnen bekannt - verzichtet werden kann. Die Anbringung der Geophone ist für Anfang Januar 2018 geplant, ehe von Mitte bis Ende Januar die Befahrung des Gebiets mit Spezialfahrzeugen erfolgen wird.

Die Pullacher IEP hat zur Information der Bewohner des Messgebiets eine Informationsschrift herausgegeben, die unter anderem in den Rathäusern der jeweiligen Gemeinden erhältlich ist. Ferner informieren Verantwortliche der IEP derzeit in verschiedenen Gemeinderäten über die geplanten Maßnahmen. „Auch wenn die wahrnehmbaren Auswirkungen der Messarbeiten sehr gering und nur kurzfristig sein werden, wollen wir für die Messkampagne ein Maximum an Transparenz erreichen“, sagt Dr. Ralph Baasch, der frühere Leiter der Abteilung Umwelt der Gemeinde Pullach, der von der IEP als Projektleiter für das seismische Messprogramm gewonnen werden konnte. 


Quelle: Pressemitteilung IEP