„GRETA“ Midterm Konferenz in Salzburg

30.11.17 | Geothermie weltweit

 

Redner der Eröffnungssession der GRETA Konferenz von links nach rechts: Erik Potočar (Slowenisches Ministerium für Infrastruktur), Norbert Dorfinger (Salzburg AG), Kai Zosseder (Projektleiter, Technische Universität München), Gregor Götzl (Geologische Bundesanstalt Wien). - Foto: © GBA/Stefan Hoyer

“Es ist höchste Zeit, kohlenstoffarme und erneuerbare Energieversorgung in signifikantem Ausmaß in Energieplänen zu verankern”, forderte Kai Zosseder von der Technischen Universität München an der „GRETA“ Midterm Konferenz in Salzburg Anfang November 2017, “die Möglichkeiten, oberflächennahe geothermische Energie für die Wärme- und auch Kälteversorgung zu nutzen, wurden bisher nicht ausreichend aufgezeigt.” So weist zum Beispiel Erik Potočar vom Slowenischen Ministerium für Infrastruktur daraufhin, dass eine Erhöhung des Anteils geothermischer Energie für Heizen, Kühlen und Warmwasserbereitung um 70 % der Weg sein könnte, um die nationalen Ziele hinsichtlich der Nutzung erneuerbarer Energiequellen zu erfüllen. Dieses Potential greifbar zu machen, ist das Ziel des Projektes „GRETA“ (Geothermal REsources in the Territory of the Alpine Space), an welchem 12 Partner aus dem Alpinen Raum gemeinsam arbeiten. 

Möglichkeiten aufzeigen

Bei der Konferenz wurden Online-Werkzeuge wie der “Wärmepumpen Atlas Salzburg” vorgestellt, der Entscheidungshilfen für die individuelle Wärmeversorgung bieten soll. Es wurde auch gezeigt, wie gewinnbringend und umweltfreundlich die innovative Nutzung von Grundwasser zur direkten oder indirekten Kühlung von gewerblichen Betrieben in München sein kann. Auch Anwendungen, die speziell für den Alpinen Raum nützliche sind wurden vorgestellt, wie etwa die geothermische Beheizung von Bahnweichen, um diese im Winter eisfrei zu halten. 

Angewandte Forschung vorantreiben

Die im Projekt laufende Forschung zur Erhebung des geothermischen Potenzials liefert eine Reihe relevanter Ergebnisse. So schlussfolgert beispielsweise ein italienischer Partner von der Technischen Universität Turin, dass “die Investitionskosten für eine Geothermieanlage in Courmayeur (in 1224 m Höhe am Fuße des Mont Blanc) durch die unterschiedlichen Bodenparameter fast 40 % geringer wären als in der Stadt Aosta (583 m Höhe, im Herzen des Aostatales)”. Mit Hilfsmitteln wie flächendeckenden Potenzialstudien kann das Projekt „GRETA“ Entscheidungsträgern helfen, Gebiete auszuweisen, in denen oberflächennahe geothermische Energie vorrangig genutzt werden kann. 

Forschungszentren und Universitäten, nationale geologische Dienste, kommunale Verwaltung und Netzwerke sowie wirtschaftlich orientierte Organisationen, die geothermische Lösungen vorantreiben arbeiten seit eineinhalb Jahren zusammen und nutzen ihre Synergien, um die Nutzung einer unterrepräsentierten, aber umweltfreundlichen Technologie der Energieabdeckung zu intensivieren und in der Gesellschaft und Politik stärker zu verankern - ganz im Sinne des Klimaschutzes.

Die nächsten Schritte:

Im kommenden Jahr werden die Projektpartner die folgenden Schwerpunkte weiterführen: - den Wissensaustausch zur Genehmigungs- und Umsetzungspraxis für die Nutzung der oberflächennahen Geothermie zwischen den Ländern des Alpenraumes, - die Erhebung des Potentials zur Nutzung der oberflächennahen Geothermie in sechs Fokusregionen des Alpenraumes, - die Erweiterung des Know-hows von technischen Planern und Kommunen zum Einsatz der oberflächennahen Geothermie, - die Einbindung des Potenzials der oberflächennahen Geothermie als klimafreundlicher Technologie in nationale, regionale und kommunale Energiestrategien. 

 


Quelle: Pressemitteilung Alpine Space EU